Seitenueberschrift

Vorsorge

Alter lachender Mann vor Kurstafel an der Börse in Huaibei City, China

Digital Riestern, Sparen und Anlegen

FinTech fürs Alter

Stand: 02.12.2016, 15:42 Uhr

Mehr Rendite und weniger Kosten auch für die Altersvorsorge versprechen eine Reihe von Start-up-Unternehmen. Ob bei Riester, bei fondsgebundener Rentenversicherung oder beim ETF-Sparplan: Vorsorge funktioniert zunehmend auch mit neuen digitalen Angeboten.

Keine hohen Kosten durch Abschluss-Provisionen, Verwaltung oder Wertpapier-Geschäfte und eine Rendite, die sich eher am Aktien- als am Anleihemarkt orientiert. Damit wirbt seit wenigen Wochen das Frankfurter Start-up myPension. Gründer Rogier Minderhout ist mit eigenem Geld und der Absicht angetreten, größeren Teilen der Bevölkerung das zu geben, was technologisch und produktseitig längst möglich ist, aber noch nicht am Markt durchgedrungen ist: myPension bietet einen ETF-Sparplan an, der in einem Versicherungsmantel ausdrücklich das Vorsorgen fürs Alter ermöglichen soll. (s. unser Interview)

Steuervorteile dank Versicherungsmantel

Gespart wird je nach Alter und Anlagehorizont zunächst in Aktien-Indexfonds, später wird automatisch in Anleihen-ETFs umgeschichtet. Durch die Versicherungs-Konstruktion fallen die üblichen Steuervorteile an: Erträge in der Ansparphase sind von der Abgeltungssteuer befreit. Wer einen Vertrag mindestens zwölf Jahre laufen lässt und bei Auszahlung mindestens 62 Jahre alt ist, kann sein Angespartes mit einem Schlag zum halben Steuersatz abrufen oder lebenslange Rentenzahlungen wählen.

Passive Indexfonds als kostengünstige Anlagevehikel sind in der FinTech-Szene bei Anlage-Angeboten fast immer enthalten. Die Produkte ermöglichen schließlich die genaue Abbildung von verschiedenen Indizes aus dem Aktien- oder Rentenbereich und damit eine breitestmögliche Streuung der Anlage zu niedrigen Kosten.

Riestern per Mausklick und mit Indexfonds

Während das Angebot von myPension Indexfonds des US-Anbieters Vanguard für seine Altersvorsorge-Portfolioen nutzt, hat das Berliner Unternehmen Fairr Fonds von Dimensional Partners, aber auch der Deutsche-Bank-Tochter db xTrackers oder der Deka im Angebot.

Fairr ist bereits seit mehreren Jahren am Markt und bietet "faire" Riester-, aber auch Rürup-Verträge sowie ungeförderte Vermögenssparpläne und sogar ein Produkt zur betrieblichen Altersvorsorge an. Versicherungspartner ist auch hier die MyLife Versicherungs AG, die Fonds werden von der Sutor Bank verwaltet. Beim Riester-Produkt, dem "Fairiester", wirbt das Unternehmen mit Gesamtkosten von 0,5 Prozent jährlich (bei mindestens 10.000 Euro auf dem Riester-Konto). Abschlussprovisionen finden sich auch hier nicht in den Verträgen.

Der "Robo" spart Richtung Rente

Der Vorsorge-Sparer kann sich aber auch eine Altersvorsorge per ETF über einen "Robo-Advisor" maßschneidern lassen. Anbieter wie Whitebox bieten eine digitale Vermögensverwaltung an, die über ein so genanntes Gleitpfad-Modell auf den gewünschten Rentenantritt oder Auszahlungsstart hin, Umschichtungen im Fondsportfolio vornimmt. Während der Einzahlungen wird risikooptimiert in verschiedene Anlageklassen investiert und permanent auf Veränderungen an den Märkten reagiert. Auch dies geschieht vollautomatisch und zu Kostenquoten von deutlich unter einem Prozent jährlich.

Zielsparen, auch im Hinblick aufs Alter und mit passiven Indexfonds, das bieten auch Vaamo und Ginmon, bei aus Frankfurt an. Wer als Anleger per ETF im Alter selbst sein Portfolio steuern will, für den gibt es Tools wie sie justETF anbietet. Hier kann eine Portfolio-Aufteilung indivuduell erstellt oder anhand von Muster-Portfolios nachgebaut werden. Die Plattform spuckt dann eine Orderliste aus, die man selbst umsetzen kann. Nur Umschichten muss der Vorsorgesparer noch selbst, wenn er meint vor Rentenantritt auf "Nummer sicher" gehen zu müssen.

AB

Darstellung: