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Vorsorge

Bulle vor der Deutschen Börse in Frankfurt

Kaufen und liegen lassen

Ein Plädoyer für den Aktienkauf

Stand: 18.03.2016, 14:27 Uhr

Angesichts des rekordniedrigen Zinsniveaus fragen sich viele Anleger, wie sie ihr gespartes Geld anlegen sollen. Nun hat die Allianz mal nachgerechnet und Erstaunliches herausgefunden.

So legte der S&P 500 im Zeitraum von 1871 bis Ende 2015 im Schnitt um 4,3 Prozent zu. Doch das ist nicht alles. Die Dividendenrendite lag im Schnitt bei 4,4 Prozent, so dass die Gesamtrendite bei US-Aktien in diesem Zeitraum 8,7 Prozent erreichte. Dividenden sorgten damit für etwas mehr als die Hälfte der Aktien-Performance.

Als Begründung verweist die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors auf das durchschnittliche Wirtschaftswachstum in Ländern wie den USA, Großbritannien oder Frankreich seit dem Jahr 1800, das zwischen drei und vier Prozent im Schnitt lag. "Denn mit dem langfristigen Wirtschaftswachstum geht zumeist ein Gewinnwachstum einher", so die Studie. "Der Aktionär sollte profitieren, vorausgesetzt er beteiligt sich an den erfolgreichen Firmen."

Aktien schwanken stärker als Anleihen

S&P 500: Kursverlauf am Börsenplatz S&P Indizes für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
2.191,95
Differenz absolut
0,87
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+0,04%

Dabei fiel die Wertentwicklung des Aktienmarkts, je nach Jahr, sehr unterschiedlich aus. Die jährlichen Schwankungen reichten von minus 38 Prozent im Jahr 1932 bis plus 67 Prozent im Jahr 1862. Im Vergleich dazu schwankten Staatsanleihen weniger stark. Das beste Jahr war das Jahr 1982 mit einem Wertzuwachs von 35 Prozent, das schlechteste mit minus 22 Prozent im Jahr 1864.

Aktien sicherer als Anleihen

Bezogen auf die jährliche Schwankungsbreite, sprich die Volatilität, seien Aktien tatsächlich risikoreicher als Anleihen, so die Studie. "Langfristig stellen wir allerdings fest, dass Aktien sogar 'sicherer' erscheinen als Anleihen", heißt es dennoch von den Autoren der Studie von Hans-Jörg Naumer und Dennis Nacken. Definiere man das Risiko nämlich als Erhalt der Kaufkraft, also unter Einbeziehung der Inflation, sehe das insbesondere sehr langfristig anders aus.

30-jährige Zeiträume im Blick

Bei der Analyse von rollierenden 30-jährigen Zeitperioden der letzten 215 Jahre gab es immer positive reale Renditen bei Aktien. Im Schnitt betrug der Vermögenszuwachs nach Inflation 6,95 Prozent pro Jahr. Hingegen sei das Risiko eines realen Vermögensverlustes bei dreimonatigen Festgeldanlagen und zehnjährigen Staatsanleihen in den USA durchaus gegeben gewesen, so die Fondsgesellschaft.

"So verzeichneten Anleger in Festgeldern in den Zeiträumen 1923 bis 1953 und den folgenden 30-Jahresperioden bis 1980 jeweils einen Kaufkraftverlust. Bei US-Staatspapieren waren es die Periode 1934 bis 1964 und die Folgeperioden bis 1985 - die Zeit der 'Finanziellen Repression'."

Das Fazit der Studie lautet denn auch: "Das größte Risiko ist, kein Risiko einzugehen."

Anmerkung von boerse.ARD.de: Allerdings sollte darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den von Allianz Global Investors errechten Werten um Bruttorenditen handelt, die so in der Praxis nicht exakt erreicht worden wären. Denn erstens bleiben steuerliche Aspekte außen vor. Außerdem entstehen bei der Geldanlage Kosten, seien es Depot-, Kauf- und Verkaufsgebühren, und bei der Anlage in Investmentfonds höhere und bei Anlage in ETFs tendenziell niedrigere Gebühren für die Verwaltung des Kapitals.

ME

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