Lebensversicherung

Lebensversicherungen Anleger sollten sich nicht unter Druck setzen lassen

Stand: 13.12.2016, 15:21 Uhr

Wer unbedingt eine Lebensversicherung abschließen möchte, der sollte den 31. Dezember im Auge behalten. Dann stehen wichtige Änderungen bevor.

Denn ab dem 1. Januar 2017 sinkt der vom Bundesfinanzministerium festgesetzte Garantiezins für Neuverträge weiter von derzeit 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent.

Nicht betroffen von der Senkung sind Kunden, die noch einen alten Vertrag mit einem höheren Garantiezins haben, denn die dort genannte Verzinsung aber nach wie vor sicher.

Der Garantiezins ist nicht die einzige Komponente, die die Rentabilität von Lebensversicherungen bestimmt. Denn die laufende Verzinsung bei den klassischen Lebensversicherungen setzt sich aus dem Garantiezins und der Überschussbeteiligung des Versicherers zusammen.

Finanzstärke bringt Rendite

Reiner Will, Geschäftsführender Gesellschafter Assekurata

Reiner Will, Geschäftsführender Gesellschafter Assekurata. | Bildquelle: Assekurata

Anleger sollten immer darauf achten, wie finanzstark ein Lebensversicherungsunternehmen ist, erklärt Reiner Will von der Ratingagentur Assekurata. Denn dann winken höhere Überschussbeteiligungen.

Trotz des sinkenden Garantiezinsen rät Will von einem übereiltem Abschluss einer Lebensversicherung ab. "Ein Abschluss nur wegen des sinkenden Garantiezinses ist nicht zielführend", so Will.

Vielmehr sollten sich Interessenten überlegen, ob eine Lebensversicherung das geeignete Produkt für sie ist. Kunden sollten sich vor allem darüber klar werden, ob sie die Beiträge auch über einen sehr langen Zeitraum zahlen können.

Alternativen für junge Menschen

Gerade für junge Menschen sei es häufig sinnvoller, in Lebensversicherungsprodukte zu investieren, deren Wertentwicklung sich stärker am Kapitalmarkt orientiere. "Denn die Kapitalgarantie für klassische Lebensversicherungen sorgt für höhere Kosten", so Will. Anleger sollten beispielsweise auch darauf achten, wie lange es dauert, bis die Kosten, die durch den Vertragsabschluss entstehen, wieder reingeholt werden. Bei Fragen sei es empfehlenswert, sich kompetent beraten zu lassen.

In jedem Fall drücken die anhaltend niedrigen Zinsen auf die Gewinnbeteiligung der Versicherten. Wer schlägt sich in diesem Umfeld am besten, wer hinkt hinterher? boerse.ARD.de gibt Auskunft.

ME

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