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Steuern

Frau hält eine Polizeikelle mit dem Schriftzug

Schwieriger Finanzspagat

Anlegen mit der Abgeltungssteuer

Stand: 11.09.2015, 16:32 Uhr

Für Anleger und Vorsorgesparer ist die Abgeltungssteuer seit ihrer Einführung 2009 eine Renditebremse. An ein paar Stellschrauben kann man aber drehen, um die Besteuerung zu minimieren und zu verschieben.

25 Prozent auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne – zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer - die Abgeltungssteuer, die seit rund sechs Jahren besteht, war der Beginn einer neuen Steuerepoche für Deutschland. Besonders für langfristig orientierte Anleger bedeutet der Wegfall der steuerfreien Kursgewinne nach einer "Spekulationsfrist" von einem Jahr einen kräftigen Malus. Wer über Aktien oder Aktienfonds fürs Alter oder eine große Anschaffung sparen will, für den bedeutet die Pauschalsteuer Tausende von Euro an Verlusten gegenüber der "guten alten Zeit".

Ende der Steuer schon wieder in Sicht?

Besser dürfte die Situation für den anlegenden Bürger nicht werden. Mit der Vereinbarung von 51 Staaten Ende 2014, grenzübergreifend Finanzdaten auszutauschen, droht sogar noch eine Verschärfung der steuerlichen Situation. Die Abgeltungssteuer wurde vom damaligen Finanzminister Peer Steinbrück vor allem deshalb "nur" mit 25 Prozent Belastung gestrickt, weil man die grassierende Kapitalflucht ins Ausland unterbinden wollte. Das Bonmot dazu lautete:

»"Besser 25 Prozent von X als 42 Prozent von nix!"«

Nach den Plänen des heutigen Ministers Wolfgang Schäuble könnte die Abgeltungssteuer bereits 2017 wieder zur Diskussion stehen – dann startet der weitgefächerte internationale Datenaustausch. Womöglich müssen in der Zukunft Kapitalerträge dann mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Neue Steuern auf Fondsebene angedacht

Bei Investmentfonds diskutiert das Bundeswirtschaftsministerium derweil eine stärkere Besteuerung auf Fondsebene. Danach sollen bereits hier 15 Prozent Steuern auf Zinsen, Dividenden und andere Ausschüttungen erhoben werden. Damit stehen weniger Mittel für die Wiederanlage zur Verfügung.

Um die Steuerlast mit der Abgeltungssteuer so gering wie möglich zu halten, bieten sich bis dahin aber noch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die auch weniger versierte Anleger nutzen können.

Potpurri an Steuer-Vermeidungs- und Stundungs-Strategien

So können Freibeträge, auch für die eigener Kinder, optimal genutzt werden. Über Riester- und Rürup-Fondssparpläne kann die Abgeltungssteuer in der Ansparphase komplett umschifft werden. Auch fondsgebundene Renten- und Lebensversicherungen sind in der Einzahlphase abgeltungssteuerfrei. Nicht zuletzt sind spezielle Immobilienfonds und Dachfondskonstruktion auch zur Steueroptimierung beziehungsweise Steuerstundung geeinget. Und Edelmetalle wie Gold oder Silber glänzen im Licht der Abgeltungssteuer heller. Seit kurzem gilt das auch für "nicht-physisches" Xetra-Gold (siehe unsere Übersicht Wege aus der Abgeltungssteuer).

AB

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Wege aus der Abgeltungssteuer

Von Gold bis ETF-Rente

Stempel mit dem Schriftzug

Freibeträge managen

Mit der Abgeltungssteuer wurde 2009 auch der Sparerpauschbetrag von 801 Euro beziehungsweise 1.602 Euro für Verheiratete eingeführt. Kapitalerträge bis zu diesen Beträgen sind steuerfrei. Damit der Freibetrag ausgenutzt wird, sollten die entsprechenden Freistellungsaufträge bei dem oder den Depots möglichst exakt auf die erwarteten Gewinne eingestellt sein. Sonst muss zu viel gezahlte Steuer mühsam über die Steuererklärung zurückgeholt werden. Ein geplanter Aktien- oder Fondsverkauf kann womöglich auch in einem Jahr erfolgen, in dem sonstige Kapitalerträge geringer ausfallen. Wer erst nach Rentenantritt Gewinne realisiert, hat im Übrigen eine geringere allgemeine Steuerbelastung.

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