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Interview

Bux-Chef Nick Bortot

Nick Bortot, Bux

"Traditioneller Aktienhandel ist zu teuer und zu kompliziert"

Stand: 01.04.2016, 15:01 Uhr

Aktien, Indizes und Devisen per Fingertip am Smartphone handeln und dabei immer den Kontakt zur Community halten: Das niederländische Start-up Bux will einen neuen Zugang zum Finanzmarkt bieten. boerse.ARD.de sprach mit Gründer Nick Bortot.

boerse.ARD.de: Herr Bortot, Sie wollen mit Bux eine neue Form des Tradens, vor allem für junge Leute, einführen. Wie sieht die Idee hinter Ihrer Plattform aus?

Nick Bortot: Ausgangspunkt für mich war die Beobachtung, dass viele Menschen sich für Finanzthemen interessieren, aber nur wenige von ihnen auch an der Börse aktiv sind. Mit Bux wollen wir das ändern.

boerse.ARD.de: Was ist denn der Grund für diese Berührungsängste auf Seiten der Anleger?

Bortot: Nun, gerade für jüngere Menschen, die noch nicht über größere Anlagesummen verfügen können, ist es schlicht noch zu teuer, eine Aktie zu kaufen oder mit Euro/Dollar zu handeln. Dazu kommt, dass viele der üblichen Broker gerade für Neulinge an der Börse zu kompliziert zu bedienen und zu nutzen sind. Und generell fehlt dabei auch so etwa wie ein "Fun Factor".

boerse.ARD.de: Wie ändert Bux das?

Bortot: Unsere App - bei uns wird ausschließlich auf einer mobilen Anwendung gehandelt - ist sehr einfach und schlicht gestaltet. Man kann hier mit ein paar Klicks einen Basiswert auswählen und eine Order aufgeben. Unerfahrene Nutzer fangen bei Bux mit virtuellem Geld, so genannten "Fun Bux", an zu handeln und Erfahrungen mit der Börse zu sammeln. Erst wenn sie sich dabei sicher fühlen, kann echtes Geld eingesetzt werden. Außerdem bietet unsere Community eine Menge Hilfe und Lernmaterial, um diesen Einstieg zu erleichtern.

boerse.ARD.de: Wie unerfahren sind denn Ihre Nutzer?

Bortot: Rund 80 Prozent unserer Nutzer haben noch keinerlei Erfahrung mit dem Börsenhandel, bevor sie bei Bux damit starten.

boerse.ARD.de: Bei Bux wird nicht direkt mit Aktien gehandelt, sondern mit CFDs (contracts for difference) die sich möglichst genau wie Aktienkurse bewegen sollen. Warum?

Bortot: Der große Vorteil von CFDs ist einerseits die Möglichkeit des "fractional trading". Als Anleger kann man also in einen CFD auf eine Apple-Aktie fünf Euro investieren, obwohl die Aktie derzeit bei 95 Euro steht. Ein weiterer Vorteil besteht in den niedrigen Kosten beim CFD-Handel. Hier fällt bei uns nur eine kleine prozentuale Kommission an, während im regulären Aktienhandel in der Regel deutlich höhere Mindestgebühren fällig werden.

boerse.ARD.de: Diese Kommission ist es, womit Bux Geld verdient?

Bortot: Richtig, rund 90 Prozent unserer Einnahmen werden über unsere Handels-Kommissionen erzielt. Sie liegen beim Handel mit Aktien-CFDs bei 0,12 bis 0,15 Prozent, bei Index-CFD zwischen 0,05 und 0,06 Prozent. Die Mindestgebühr liegt bei 25 Euro-Cent. Übrigens gibt es bei Bux anders als auf fast allen Broker-Plattformen keinen Spread, also keine Differenz zwischen An- und Verkaufspreis.

boerse.ARD.de: Börsenhandel ist ja nicht nur Spaß, sondern kann im Fall von Verlusten auch schnell unangenehm werden. Wie gehen Sie bei Bux mit Risiken um?

Bortot: Auf verschiedene Art. Zunächst müssen unsere Nutzer, die noch keine Erfahrung mit dem Aktienhandel haben, mit unseren virtuellen Fun-Bux handeln. Erst danach kann echtes Geld eingesetzt werden. Anders als bei vielen Brokern ist der Hebel bei unseren CFDs auf fünf beschränkt. Über unseren Partner Ayondo, der die Trades abwickelt, ist zudem eine Nachschusspflicht ausgeschlossen. Es kann also nie mehr Geld verloren werden als eingesetzt wurde. Und nicht zuletzt legen wir viel Wert auf Lerninhalte beim Börsenhandel, weisen also auf Sicherungen wie einen Stop-loss oder die Diversifikation beim Handel hin. Bei Bux können nicht mehr als 500 Euro in eine Aktie investiert werden.

boerse.ARD.de: Wie ist Bux durch eine Wertpapieraufsicht reguliert?

Bortot: Wir arbeiten hier unter dem Dach unseres Partners Ayondo. Ayondo hat eine Broker-Lizenz bei der britischen FCA und der deutschen BaFin.

boerse.ARD.de: Sie haben eine Reihe von Investoren gewinnen können, die Sie im Februar in einer neuen Finanzierungsrunde mit 6,1 Millionen Euro ausgestattet haben. Wie sehen die Pläne bei Bux für die kommenden Monate und Jahre aus?

Bortot: Natürlich ist Bux auf Expansion angelegt. Wir sind die am schnellsten wachsende Trading-App in Europa. Einen Teil der Mittel investieren wir ins Marketing und in neue Märkte. Vor sechs Wochen sind wir in Deutschland gestartet, und dieser Markt ist für uns auch einer der wichtigsten. Wir sehen uns aber als europäisches Unternehmen. Europa wird sicherlich auch unser Fokus für die kommenden Jahre sein.

Das Gespräch führte Andreas Braun.

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