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Social Trading

Investoren stehen Schlange

Expansion mit frischen Mitteln und neuen Partnern

Stand: 27.11.2015, 14:56 Uhr

Die Social-Trading-Bewegung hat Potenzial - das haben auch große Finanzinstitute und nicht zuletzt Investoren erkannt. Für die Anbieter ergeben sich dadurch neue finanzielle Spielräume und Wachstumschancen.

Wikifolio hat buchstäblich den Marsch durch die Institutionen angetreten. Bereits seit mehreren Jahren wirbt der S-Broker des Sparkassen-Systems für die Wikifolio-Zertifikate, die auf der Internet-Seite des Unternehmens als eigene Wert-Papier-Kategorie angeboten werden. Sogar Wikifolio-Zertifikate-Sparpläne sind hier zu haben: "Performance für schlaue Anleger", so der Werbe-Slogan.

Auch die Commerzbank-TochterComdirect hat die Wikifolios bereits im Angebot. Die Online-Bank aus Quickborn hat aber noch mehr vor in Sachen Social Trading. Im September gab man eine Kooperation mit der TopTrade GmbH bekannt. Die bietet eine App an, über die Börsentipps direkt aufs Smartphone "gepusht" werden können – mit Comdirect-Branding.

Mitmachbank macht mit

Die Frankfurter ayondo unterhält schon seit Längerem eine Kooperation mit der "Mitmachbank", der Fidor Bank, die von Matthias Kröner, einst Frontmann der DAB Bank, mit ins Leben gerufen wurde.

ayondo liefert zudem seine Technologie inzwischen an das niederländische Unternehmen Bux, das inzwischen auch in Deutschland vertreten ist. Bux liefert flapsige Börsennews aufs Handy und bietet einer jugendlichen Zielgruppe Börsenspiele und "Battles" um den Thron des besten Traders an. Dabei werden aber keine echten Aktien, sondern CFDs, also Derivate auf Aktien eingesetzt, für die ayondo die Handelsplattform beisteuert.

Screenshot der BUX-Website

BUX. | Bildquelle: Unternehmen

Finanzspritzen aus Singapur…

An frischen Mitteln, um die eigene Geschäftsidee weiter zu verfolgen und auszubauen, mangelt es den Social-Trading-Anbietern ebenfalls nicht. So hat ayondo gleich mehrere Finanzierungsrunden mit Luminor, einem Finanzinvestor in Singapur hinter sich gebracht. Jeweils wurden Millionen-Euro-Beträge in das Frankfurter Unternehmen gesteckt. Vor wenigen Wochen hat ayondo auch in dem asiatischen Stadtstaat eine Social-Trading-Kooperation gestartet.

… der Schweiz…

Wikifolio hatte zuletzt im vergangenen Jahr eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe mobilisiert. An der nahmen neben dem Handelspartner Lang & Schwarz auch vhb Ventures, Investment-Arm der Verlagsgruppe Handelsblatt teil. Zum Markteintritt in der Schweiz im Frühjahr 2015 wurden Kooperationen mit der "Neue Züricher Zeitung" und dem Finanzportal "Cash.ch" geschlossen.

… und Deutschland

eToro hatte Ende 2014 eine 15-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde hinter sich gebracht. Dabei waren ein chinesischer Finanzinvestor und eine russische Großbank an Bord gekommen. Im Frühjahr 2015 wurden dann noch einmal 39 Millionen Dollar von einem internationalen Konsortium für den weltweiten Roll-out mobilisiert. Mit dabei - wieder einmal - die Commerzbank. Deren Wagnis-Kapital-Tochter Commerz Ventures stieg bei den Israelis mit einem hohen einstelligen Millionenbetrag ein.

AB

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