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Social Trading

Aktienkauf per Smartphone-App

Bux: Börsenhandel mit "Fun Factor"

Stand: 01.04.2016, 14:58 Uhr

Das niederländische Start-up-Unternehmen will seinen Nutzern einen neuen Zugang zu den Finanzmärkten bieten. Gehandelt und gechattet wird per Smartphone, mit kleinen Beträgen der Anleger und großen Plänen der Macher.

Die App heißt zwar "Bux" (angelehnt ans amerikanische "Bucks" für harte Dollars) aber Geld verdienen steht für den Gründer Nick Bortot noch nicht einmal im Vordergrund seiner Vision. Der Niederländer, der lange im Vorstand des Online-Brokers BinckBank agierte, will mit Bux den Börsenhandel insgesamt populärer machen – vor allem bei jüngeren, "internet-affinen" Anlegern (s. dazu auch unser Interview).

Grelle Bildsprache, schlanke Anwendung

Bux nähert sich seiner Zielgruppe seit dem Start im Jahr 2014 in den Niederlanden mit einer grellen Bildsprache auf seiner Website, seiner Smartphone-App und in den Social-Media-Kanälen, aber einer schlanken und schlichten Trading-Plattform.

Bux Groupscreen

Bux Groupscreen. | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Offenbar haben Bortot und sein Team den richtigen Ton für die Ansprache dabei gefunden. Binnen zwei Jahren hat die App rund 400.000 registrierte Nutzer damit gewonnen, davon bereits 50.000 in Deutschland, und das, obwohl Bux hierzulande erst vor wenigen Wochen offiziell gestartet ist.

500 Euro auf dem Konto

Nur etwa fünf Prozent der Bux-Nutzer handeln mit echtem Geld, die durchschnittliche Konto-Größe liegt bei rund 500 Euro. Damit mit solchen Beträgen überhaupt ein sinnvoller Handel möglich ist, nutzt Bux den Handel über CFDs (contracts for difference). Handelspartner dabei ist ein anderes "Fintech"-Unternehmen: Die Social-Trading-Plattform Ayondo, die ihren Hauptsitz in Frankfurt hat, ihr Handelsgeschäft aber in London abwickelt.

BUX Marketscreen

BUX Marketscreen. | Bildquelle: Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Per CFD lassen sich Trades in kleinste Anlagebeträgen herunter rechnen, allerdings: Der angehende Investor tätigt damit keinen echten Aktienkauf, sondern "wettet" auf einen Kurs, den der Broker him "stellt". Gleichwohl findet der Handel auch hier nicht unbeaufsichtigt statt: Ayondo wird von der britischen Börsenaufsicht FCA und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin kontrolliert.

Voll durchfinanziert

Laut Gründer Bortot steuert das Unternehmen im Jahr 2017 auf schwarze Zahlen zu, die Haupteinnahmequelle sind die Kommissionen, die man für jeden Trade vereinbart. Beim weiteren Wachstum helfen derweil aber auch die Millionen an Investorengeldern, die Bux in den vergangenen Jahren einsammelt hat. Erst Mitte Februar machte man noch einmal 6,1 Millionen Euro flott. Die Finanzierungsrunde wurde von Holtzbrinck Ventures angeführt, dem Investmentarm des Medienkonzerns Holtzbrinck.

Traden auf dem Fahrrad

Mit den Finanziers im Rücken dürfte die weitere Expansion von Bux gesichert sein, derzeit ist Deutschland der wichtigste neue Markt. Bereits seit einigen Tagen flimmern Bux-TV-Spots auch hierzulande über die Mattscheiben. "Aktienhandel ist nicht nur etwas für die großen schlauen Jungs, die jeden Tag mit Millionen Euro jonglieren", heißt es darin, während ein Banker Euroscheine aus dem Fenster seines roten Sportwagens wirft. Bux will der Gegenentwurf dazu sein: "Uns gefällt die Vorstellung, dass man mit Bux zum Beispiel hier in Amsterdam mit dem Fahrrad durch die historische Altstadt radeln und dabei einen Trade per Smartphone platzieren kann", sagt der Gründer.  

AB