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Social Trading

Mitmach-Fonds

Mitmachfonds

Anleger als Fondsmanager

Stand: 28.11.2014, 15:34 Uhr

Die "Weisheit der Vielen" nutzen, das wollen drei in Deutschland erhältliche Fonds-Produkte. Mit unterschiedlichen Ansätzen werden die beliebtesten Titel in der "Community" ermittelt und in Kauf- und Verkaufsentscheidungen umgemünzt.

Eine kleine Hitparade der aus Anlegersicht aussichtsreisten Aktientitel findet sich in den Portfolios der Fonds wieder, die seit nunmehr schon seit mehreren Jahren verfügbar sind. Der "Mitmach-Fonds" Investtor (WKN A0RD5M), der von der Starnberger Vermögensverwaltung Top Vermögen AG ins Leben gerufen wurde, ist der dienstälteste unter ihnen, das Auflagedatum liegt im Jahr 2010.

"Pari mit dem Dax"

Die Performance und Risikobetrachtung des Produkts, dessen Portfolio auf den höchsten Empfehlungs-Quoten zu mehreren Hundert Aktien von Großkonzernen basiert, kann sich durchaus sehen lassen. Zwar konnte der Fonds in den vergangenen Jahren die Benchmark, den Weltaktienindex MSCI World nicht schlagen, "dieses Jahr aber sind wir pari mit dem Dax", wie Michael Thaler, der Fondsinitiator, sagt. Auf Jahressicht liegt der Fonds mit knapp sieben Prozent im Plus.

Erstaunlich sind vor allem die Risikomaße, die den Fonds aus Sicht von Thaler eher mit einem Mischfonds vergleichbar machen. "Das liegt auch daran, dass in der Regel die Tipp-Geber zu den Investoren des Produkte zählen, mit eigenem Geld wählt man tendenziell konservativere Aktien aus", so Thaler. Beim Mitmachfonds war es zunächst das Prinzip, dass nur über die Fondszusammensetzung mitbestimmen durfte, wer auch selbst Anteile besaß. Die Mindestinvestitionssumme wurde dann herabgesetzt. Inzwischen können neben den Fondskäufern auch Tipp-Geber Einfluss nehmen, die sich in den vergangenen Monaten als "Top-Empfehlungsgeber" qualifiziert haben. Und: "Wir lassen seit einiger Zeit auch Analysen von Fondshäusern in die Entscheidungen über einen Kauf oder Verkauf mit einfließen".

Gleichgewichtet und unabhängig

Einer solchen "Expertenbildung" hält der Fonds von Corvin Schmoller das Prinzip der gleichgewichteten und unabhängigen Aktienauswahl entgegen. Nur dann entstehe eine "kollektive Intelligenz", die eine Überrendite gegenüber Fonds ermögliche, die von professionellen Fondsmanagern betrieben werden. (s. unser Interview: "Kollektive Intelligenz funktioniert").

Schmollers Intelligent Recommendations Global Growth Fund (WKN A1WY3Z) hält sich in dem guten Jahr seines Bestehens ebenfalls so gut wie der Dax, noch allerdings auch nicht spürbar besser. Bei Abwärtsbewegungen an den Aktienmärkten kann der Fonds – ähnlich wie der Investtor – über Derivate eine Teilabsicherung des Portfolios vornehmen.  

Der Club der Top-Tippgeber

Der dritte Fonds, der Empfehlungen von überwiegend privaten Anlegern in Transaktionen ummünzt, bezieht seine Signale aus einer echten "Community". Der Portal-Anbieter sharewise sammelt seit Jahren Aktienempfehlungen aus der Anlegergemeinde und filtert über Ranking-Systeme die Tipp-Geber mit dem besten „Händchen“ im Aktienmarkt heraus. Aus diesem Club der "Top 100" heraus werden die Aktienpositionen bestimmt, die in einem monatlichen Rhythmus umgeschichtet werden. Als Vergleichsmaßstab gilt hier ein europäischer Aktienindex.

Der sharewise Community-Fonds (WKN HAFX5N) hat unter den drei Produkten bislang die höchsten Schwankungen hinter sich. Die Performance im laufenden Jahr ist negativ. Im vergangenen Jahr wurde die Benchmark allerdings auch schon einmal deutlich geschlagen. Betreut wird der Fonds seit zwei Monaten von der Bad Homburger Vermögensverwaltung FERI, die ein Milliardenvermögen verwaltet und nach eigener Aussage die Signale aus der "Crowd" selbst sehr aufmerksam verfolgt (s. unter Interview: "Informationen über der Investitionsverhalten der Community sind für uns wertvoll").

Alle Fonds sind über jede Bank oder jeden Broker erhältlich. Die Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren entsprechen denen von handelsüblichen Aktienfonds.

AB

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