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Wochenausblick

Anleger bleiben 2013 optimistisch

"Die Dinge werden gelöst"

Der US-Haushaltsstreit hat längst seinen Schrecken verloren: Börsenprofis rechnen mit einem ruhigen Jahresauftakt. Die Zeichen für das Aktienjahr 2013 stehen gut. Der Dax könnte seine bisherige Bestmarke knacken.

Experten geben der US-Regierung und der republikanischen Opposition für eine endgültige Einigung noch Zeit bis Anfang Januar, ohne dass die Vereinigten Staaten sofort in die Rezession stürzen. Damit würde auch die deutsche Wirtschaft unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen werden. Ohne Kompromiss droht den USA zwar der Sprung von der sogenannten Fiskalklippe. Dann würden Anfang 2013 automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar in Kraft treten, die den für die Amerikaner so wichtigen Konsum belasten und die von staatlichen Aufträgen abhängigen Firmen in Bedrängnis bringen könnten. Die höheren Abgaben und die meisten Ausgabekürzungen würden aber erst im Laufe des Jahres richtig spürbar werden, sagten Ökonomen.

Fachleute rechnen mit Kompromiss
Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank rechnet mit einer schnellen Lösung des Haushaltsstreits im Januar: "Für beide große Parteien in den USA steht zu viel auf dem Spiel. Denkbar ist, dass ein Kompromiss rückwirkend zum 1. Januar in Kraft tritt." Ähnlich Vermögensverwalter Richard Weiss von American Century Investments: "Die Dinge werden gelöst. Vielleicht nur nicht in einem guten Zeitrahmen." Der Tenor an der Wall Street lautet: Das Ergebnis werde nicht völlig überzeugend sein, aber es werde reichen, um die Investoren zufriedenzustellen.

Zeitbombe Schuldengrenze
Die größte Angst haben Anleger davor, dass der Streit über die Fiskalpolitik in Amerika in einigen Wochen zu einem Grabenkampf um die Schuldengrenze eskaliert - wie es 2011 bereits der Fall gewesen war. Sollte es diesmal keine Einigung auf eine neue Grenze geben, droht schlimmstenfalls der Zahlungsausfall. Die Konsequenzen wären eine Herabstufung der Bonität und Turbulenzen an den Finanzmärkten. Zum Jahreswechsel ist die Schuldenobergrenze mit 16,4 Billionen Dollar erreicht.

Konjunkturdaten im Blick

Abgesehen vom Haushaltsstreit in den USA dürften die Anleger in der kommenden Woche vor allem auf frische Konjunkturdaten schauen. Die ersten kommen am Dienstag aus China. Die Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe berichten über die Stimmung, die zuletzt wieder positiv war. Am Freitag werden die viel beachteten US-Arbeitsmarktdaten für Dezember bekannt gegeben. Volkswirte rechnen mit einem Beschäftigungszuwachs außerhalb der Landwirtschaft von 145.000 Stellen. Darüber hinaus dürften noch Daten aus der Bauindustrie, dem verarbeitenden Gewerbe und der Dienstleistungsbranche für Aufmerksamkeit sorgen. Für Deutschland stehen am Mittwoch die Verbraucherpreise und am Donnerstag die Arbeitsmarktzahlen an.

Börsenprofis sehen weitere Kursgewinne

Fachleute rechnen in den kommenden Monaten mit weiteren Gewinnen am deutschen Aktienmarkt, viele erwarten den Dax im Laufe des Jahres bei über 8.000 Punkten. Sein bisheriger Höchststand lag im Sommer 2007 bei 8.151 Punkten. Niedrige Zinsen, die lockere Geldpolitik der Notenbanken, die Entspannung in der europäischen Schuldenkrise, eine globale Konjunkturerholung und günstige Bewertungen sollten die Kurse weiter antreiben, sagen sie. Und das nachdem bereits 2012 das beste Jahr für den Dax seit 2003 gewesen ist. Er hatte gut 29 Prozent an Wert gewonnen und schloss bei 7.612 Punkten. Über das ganze Jahr war die Continental-Aktie der beste Wert unter den Standardtiteln: sie legte 82 Prozent zu. An der Spitze der Verlierer stand Eon mit einem Minus von 15 Prozent. Der Euro notierte zu Börsenschluss etwas niedriger bei 1,31 83 US-Dollar.

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