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Japan

Tokios Einkaufsstraßen bei Nacht

Was ist da los?

Wirtschaft implodiert - Nikkei explodiert

Stand: 15.02.2016, 07:37 Uhr

Die Wirtschaft schrumpft, der Nikkei steigt, heile Welt also? Nicht ganz, denn auf die japanische Börse wartet nun eine entscheidende Hürde.

Die japanische Wirtschaft ist von Oktober bis Dezember nach Angaben der Regierung auf Jahr hochgerechnet um 1,4 Prozent geschrumpft. Das war stärker als erwartet. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Minus von 1,2 Prozent gerechnet. Insbesondere die Ausgaben der Konsumenten ließen zu wünschen übrig. Sie sanken um 0,8 Prozent. Außerdem lahmten die Exporte.

Abenomics kommen an ihre Grenzen

Die neuen Zahlen stellen einen weiteren Rückschlag für Regierungschef Shinzo Abe dar, der sich seit Jahren um die Erholung der ökonomischen Lage in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt bemüht. Für seine der sehr offensive Wirtschaftspolitik war sogar ein neues Wort erfunden worden: "Abenomics", eine Mischung aus seinem Nachnamen "Abe" und dem englischen Wort für Wirtschaftwissenschaften "Economics“.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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Trotz der enttäuschenden Nachrichten explodierte der Nikkei-Index, der die 225 wichtigsten japanischen Aktien enthält. Der Index legte am Montag bis Handelsschluss um 7,2 Prozent auf 16.022 Punkte zu. "Heute geht es allein um eine technische Erholung", sagte Takuya Takahashi von Daiwa Securities mit Blick auf die fehlende fundamentale Untermauerung für den Anstieg.

Nikkei muss mehr liefern

Mit dem heutigen Anstieg notiert der Nikkei charttechnisch an der wichtigen Marke von 16.000 Punkten. Hier hatte der Index Mitte Januar auf seinem Weg nach unten Halt gefunden und sich im danach um rund 2.000 Punkte erholen können. In der vergangen Woche jedoch war der Markt durch die Marke gebrochen, um sich danach mehr als 1.000 Punkte niedriger wiederzufinden. Zwar ist der Schlusskurs von knapp über dieser Marke positiv zu sehen. Doch charttechnisch "ist die Kuh nicht vom Eis". Denn noch fehlen mehrere hundert Punkte nach oben, um den Fall durch die 16.000 als Fehlausbruch nach unten bezeichnen zu können.

ME

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