China-Karte mit einer Lupe

Indexanbieter MSCI gibt Aufnahme bekannt Roter Teppich für China-Aktien

Stand: 21.06.2017, 09:02 Uhr

Viele Jahre musste China auf diesen Schritt warten. In der vergangenen Nacht war es endlich soweit: chinesische Festlandaktien, die sogenannten A-Shares, werden in den Index für Schwellenländer aufgenommen. Was dieser Schritt bedeutet.

In den vergangenen drei Jahren war die Volksrepublik mit dem Antrag abgeblitzt, weil der amerikanische Indexbetreiber MSCI den eingeschränkten Zugang von Investoren zum chinesischen Kapitalmarkt sowie die häufigen Unterbrechungen beim Aktienhandel kritisch sah. Nun sollen ab August 222 sogenannte A-Aktien in die Berechnung des 1,5 Billionen Dollar schweren Index aufgenommen werden.

Die Entscheidung hat vor allem symbolischen Wert, die tatsächliche Strahlkraft dürfte eher gering sein. Zwar orientieren sich viele Fondsmanager am MSCI-Index und können nun auch in chinesische Aktien investieren. Tatsächlich jedoch sind viele Unternehmen aus China längst für internationale Investoren zugänglich, denn die erfolgreichsten Firmen des Landes, allen voran Alibaba, sind in Hongkong gelistet und in Indexfonds wie dem MSCI China Index enthalten.

Nur symbolischer Schritt

Dass es sich bei der Aufnahme der chinesischen A-Aktien in den Index nur um einen symbolischen Schritt handelt, ist auch daran ersichtlich, dass die Papiere nur einen Anteil von 0,73 Prozent aus am MSCI ausmachen werden. A-Aktien sind Wertpapiere von Unternehmen, die in der chinesischen Währung Renminbi gehandelt werden. Ursprünglich konnten die Titel nur von Bürgern aus China gehandelt werden. Hingegen sind die in Hongkong gelisteten H-Share, sowie die in Fremdwährungen notierten B-Aktien auch ausländischen Anlegern zugänglich.

Experten bewerteten die Aufnahme chinesischer Papiere in den Index positiv. "Chinas Markt für A-Aktien ist der zweitgrößte Aktienmarkt weltweit", sagte Fondsmanagerin Jing Ning vom Vermögensverwalter Fidelity. Zahlreiche in China notierte Firmen hätten etablierte Geschäftsmodelle, eine starke Preismacht und seien weltweit aktiv.

Kaum Bewegung an den chinesischen Börsen

In China wird die Entscheidung des MSCI als eine Bestätigung und Anerkennung der wirtschaftlichen Bedeutung des Landes gewertet. "Für uns ist diese Entscheidung der Beginn einer Aufwärtsspirale, die zu einer höheren Anzahl an und einer stärkeren Gewichtigkeit der im MSCI EM Index vertretenen chinesischen Unternehmen führen wird", erklärte Danny Dolan, Geschäftsführer von China Post Global, der Vermögensverwaltungstochter der staatlichen Post. Peking erhofft sich zudem eine Zunahme ausländischer Investitionen.

Auch Chinas Wertpapieraufsicht lobte die Entscheidung in höchsten Tönen. Sie zeige die Zuversicht internationaler Investoren in die guten Zukunftsperspektiven von Chinas Wirtschaft, so ein Sprecher. An der Börse in Schanghai blieb die Reaktion dagegen verhalten. Der Index bewegte sich kaum und schloss 0,19 Prozent höher. Die Märkte in Hongkong gaben leicht nach.

lg

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