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Devisen

Britische Pfundscheine und -münzen

Konservative können alleine regieren

Pfund profitiert von Cameron-Triumph

Stand: 08.05.2015, 08:58 Uhr

Der überraschend klare Sieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen in Großbritannien hat das Pfund kräftig angetrieben. Auch die britische Börse legt am Freitagmorgen deutlich zu.

Das befürchtete politische Patt auf der Insel ist offenbar ausgeblieben. Laut einer Hochrechnung der BBC haben die regierenden Konservativen 325 der 650 Sitze erobert. Da üblicherweise die vier Abgeordneten der nordirischen Sinn-Fein-Partei ihre Sitze nicht einnehmen, könnte somit Premierminister David Cameron ohne Koalitionspartner regieren.

Pfund auf Zweieinhalb-Monats-Hoch zum Dollar

Der klare Ausgang der Parlamentswahlen sorgt an den Devisen- und Aktienmärkten für Erleichterung. Das britische Pfund reagierte am Freitagmorgen mit deutlichen Kursgewinnen. Die Währung kletterte um rund zwei Prozent auf knapp 1,38 Euro. Zum Dollar erreichte das Pfund ein Zweieinhalb-Monats-Hoch von 1,5522 Dollar.

In den letzten Wochen hatte das Pfund an Boden verloren. Der ungewisse Ausgang der Wahlen mit einem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Cameron und seinem Herausforderer Ed Milibrand von der Labour-Partei hatte für Nervosität unter den Devisenanlegern gesorgt.

Britische Aktien gefragt

FTSE 100: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
6.710,63
Differenz absolut
-21,81
Differenz relativ
-0,32%

Auch am Londoner Aktienmarkt ist die Freude über das eindeutige Wahlergebnis groß. Der Leitindex FTSE 100 eröffnete um knapp zwei Prozent höher, gab dann aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Eine Stunde nach Handelsbeginn notiert er 1,2 Prozent im Plus. Die Wahl habe ein ausgesprochen marktfreundliches Ergebnis gebracht, hieß es von den Experten von Capital Economics. Es sei positiv, dass nun die politische Unsicherheit vom Tisch sei. Die Analysten des Investmenthauses Liberum sehen vor allem Aktien aus der Finanzbranche sowie Versorger- und Immobilienwerte als die größten Wahl-Gewinner.

Allerdings könnte es in den nächsten Monaten wieder turbulenter werden. Durch den Wahl-Triumph von Cameron bleibt nämlich ein "Brexit" - der Austritt Großbritanniens aus der EU - möglich. Cameron hat ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union versprochen.

nb

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