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Japan

Japanische Holzmaske

Fluchtinstinkte

Nikkei: Raus, raus, raus!

Stand: 09.02.2016, 07:30 Uhr

Die Börse in Tokio ist am Dienstag um 5,4 Prozent eingebrochen. Die "Schuldigen" sind rasch ausgemacht.

Wie tags zuvor schon im Dax sind es auch in Japan vor allem die Bank-Aktien, welche den Leitindex in die Knie zwingen. Papiere etwa von Mitsubishi UFJ Financial Group brechen um rund acht Prozent ein. Im Gegenzug fallen die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen erstmals unter 0 Prozent.

Anleger in Japan folgen damit den desaströsen Vorgaben aus Europa und von der Wall Street. Sie sorgen sich um die Stabilität des Finanzsektors, einige Marktbeobachter fühlen sich schon an die düsteren Zeiten der Finanzkrise erinnert. Zudem lastet der wiedererstarkende Yen heftig auf den Exportwerten.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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18.426,08
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-87,04
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-0,47%
US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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113,58
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-0,60
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Das sieht düster aus

Technisch orientierte Investoren waren indes vorgewarnt: Der Nikkei war zu Jahresbeginn 2016 unter seine zu diesem Zeitpunkt noch steigende 200-Tage-Linie gefallen und hatte damit ein astreines technisches Verkaufssignal gesandt.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
18.426,08
Differenz absolut
-87,04
Differenz relativ
-0,47%

Mit dem Rutsch unter das 2007er-Hoch bei 18.300 Punkten folgte rasch das nächste Verkaufssignal. Mit dem heutigen Absturz ist die Topbildung nunmehr perfekt. Die nächste Unterstützung ist erst im Dunstkreis der runden 14.000er-Marke auszumachen, hier verlaufen zahlreiche Tiefs aus dem Jahr 2014.

Hoffen auf die "Beton-Unterstützung"

Positiv formuliert: Hält diese "Beton-Unterstützung", dürfte der Nikkei das Schlimmste bereits hinter sich haben. Seit dem Hoch im Juni 2015 (20.952 Punkte) ist er schon um 23 Prozent eingebrochen. Das weitere Absturzpotenzial bis zur 14.000er-Marke beläuft sich auf rund 13 Prozent.

ag

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