Tokios Einkaufsstraßen bei Nacht

Lohnender Blick über den Dax-Tellerrand Nikkei nimmt "Sargdeckel" ins Visier

von Angela Göpfert

Stand: 20.06.2017, 10:15 Uhr

Der Nikkei ist auf den höchsten Stand seit Mitte 2015 gestiegen. Schaffen es die 225 japanischen Standardwerte endlich, den "Sargdeckel" zu lüften?

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
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Der Nikkei 225 hat seine jüngste Gewinnserie am Dienstag weiter ausgebaut und 0,8 Prozent auf 20.230 Punkte hinzugewonnen. Seit seinem Zwischentief vor knapp zwei Monaten konnte der japanische Leitindex rund 2.000 Punkte oder elf Prozent zulegen. Auf Jahressicht summiert sich das Plus auf gut 35 Prozent.

Aus technischer Perspektive kommt die Rally im Nikkei keineswegs überraschend. Der japanische Leitindex hat im Verlauf der Jahresendrally 2016 den Abschluss eines klassischen Doppelbodens geschafft.

Kursziel fast erreicht

Aus der Höhe der unteren Umkehr ließ sich perspektivisch ein kalkulatorisches Anschlusspotenzial von rund 21.000 Punkten ableiten. Dieses Kursziel hat der Nikkei nunmehr fast erreicht.

Kurzfristig haben die japanischen Standardwerte damit nicht mehr viel Luft nach oben. Die 21.000 stellen eine handfeste Widerstandszone dar, die im ersten Anlauf nur schwer zu überwinden sein dürfte.

Nikkei

Nikkei. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

Große Bodenbildung in der Mache

Im Bereich dieses Levels hatte der Nikkei in den Jahren 1997, 2000 und 2015 jeweils markante Hochs ausgeprägt. Nicht wenige Anleger dürften daher auf diesem Niveau dazu neigen, erst einmal Gewinne mitzunehmen.

Spannend wird es aber, sollte der Nikkei es im weiteren Verlauf tatsächlich schaffen, diesen "Sargdeckel" zu lüften. Damit würden die japanischen Standardwerte nämlich eine große Bodenbildung vervollständigen.

Mit ETFs auf die Japan-Rally setzen

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum 10 Jahre
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Perspektivisch würde dann sogar wieder das während der Japan-Blase im Jahr 1989 markierte Allzeithoch bei 38.957 Zählern ins Blickfeld geraten.

Anleger, die auf eine Fortsetzung der Nikkei-Rally setzen wollen, können dies mit einem ETF umsetzen. Unter Kostengesichtspunkten ist der physisch replizierende db x-trackers Nikkei 225 UCITS ETF (WKN DBX0NJ) interessant, liegt die jährliche Gesamtkostenquote doch bei nur 0,09 Prozent. Anleger sollten dabei allerdings das Währungsrisiko beachten.

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