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Japanischer Geschäftsmann vor einer Börsenkursanzeige in Tokio

Schwacher Yen beflügelt japanische Aktien

Nikkei knackt die 20.000 Punkte

Stand: 02.06.2017, 09:04 Uhr

Japanische Aktien befinden sich im Höhenflug. Dank des schwachen Yen hat der Nikkei-Index erstmals seit Ende 2015 wieder die Marke von 20.000 Punkten überwunden. Auf Ein-Jahres-Sicht hat er 22 Prozent zugelegt.

Zum Wochenschluss stieg der Nikkei auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Mit 20.208 Zählern schloss er fast 1,8 Prozent höher. Der breiter gefasste Topix zog um 1,2 Prozent auf 1.606 Punkte an.

Mehrjahreshoch rückt näher

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.099,75
Differenz relativ
-0,22%

Nun nimmt der japanische Leitindex wieder Kurs Richtung Mehrjahreshoch. Dieses liegt bei 20.952,71 Punkten im Juni 2015.

Als Triebfeder wirkt die Yen-Schwäche. Seit der Trump-Wahl hat die japanische Währung gut sieben Prozent gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Am Freitag notierte der Yen bei 0,0090 Dollar.

Yen-Schwäche als Treiber

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
111,15
Differenz relativ
-0,01%

Der schwache Yen treibt die Exportwerte, insbesondere die Autoaktien an. Die Unternehmen dürften mehr verdienen. Laut der Zeitung "Nikkei" liegt das Verhältnis von Marktwert zu den in diesem Geschäftsjahr erwarteten Gewinnen aktuell bei 14. Im vergangenen Geschäftsjahr steigerten die börsennotierten Firmen den Gewinn um 18 Prozent. 461 von 1.555 börsengehandelten Unternehmen verzeichneten in dem im März beendeten Geschäftsjahr einen Rekordgewinn, hat der "Nikkei" ermittelt.

Top-Performer im Nikkei ist Sumco. Die Aktien des weltweit zweitgrößten Herstellers von Siliziumscheiben für Chips sind in den letzten zwölf Monaten um 131 Prozent nach oben geklettert. Die Titel von Mitsui stiegen um 127 Prozent. Die Aktien des Autobauers von Suzuki Motor drehten um 81 Prozent auf.

"Japans Wirtschaft gut in Schwung"

Die Yen-Schwäche ist freilich nicht der alleinige Kurstreiber für die jüngste Rally am japanischen Aktienmarkt. Auch fundamentale Faktoren sprechen für Nippon. "Japans Wirtschaft ist wieder gut in Schwung gekommen", sagte jüngst Japan-Fondsmanager Joël Le Saux von der Schweizer Privatbank Syz im Interview mit boerse.ARD.de. Die Exporte steigen, die Industrieproduktion ziehe an, der Arbeitsmarkt belebe sich, und auch einzelne Wirtschaftsindikatoren haben sich aufgehellt. Nach Jahren der Rezession ist Japans Wirtschaft auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Japans Wirtschaftsleistung legte im vergangenen Jahr um gut ein Prozent zu.

Zudem kaufen zunehmend inländische Anleger wie die Pensionsfonds japanische Aktien. Das Engagement ausländischer Investoren liege auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. "Das eröffnet Aufwärtspotenzial", sagt Le Saux. Gleichzeitig sei das Abwärtspotenzial durch die Bank of Japan begrenzt. Die Bank hat ihr ETF-Kaufprogramm auf etwa 50 Milliarden Euro verdoppelt. "Es gibt weltweit keinen anderen Aktienmarkt, der einen derart fundamentalen Schutz vor Abwärtsrisiken seitens der Zentralbank und so hohe Kaufzusagen seitens der Firmen bietet."

nb

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