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Wochenausblick

US-Haushaltsstreit im Fokus

Kehrt nun vorweihnachtliche Ruhe ein?

Normalerweise geht es in den letzten zwei Wochen des Jahres ruhig zu an den Börsen, weil viele Händler ihre Bücher bereits geschlossen haben. In der neuen Woche dürfte es also besinnlich zugehen. Für Bewegung könnte der US-Haushaltsstreit sorgen.

Jüngsten Meldungen zufolge hat der republikanische Verhandlungsführer John Boehner den Demokraten Steuererhöhungen für Spitzenverdiener angeboten. Im Gegenzug müsse die Partei von Präsident Barack Obama Einsparungen bei staatlichen Sozialleistungen zustimmen. Obama habe das Angebot jedoch abgelehnt.

Nach dem Patt der vergangenen Tagen weckte jedoch die Nachricht von dem Angebot die Hoffnung, dass die USA die so genannte Fiskalklippe vermeiden werden, die das Land in eine Rezession reißen könnte. Am Freitag hatte der ungelöste Streit die Märkte in New York und Europa belastet.

Bücher so gut wie geschlossen

Tatsächlich "bieten die US-Haushaltsverhandlungen keine harmonische Hintergrundmusik für Anlagekäufe noch vor dem Jahresultimo", sagte Investmentanalyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg. Auf der anderen Seite bestehe für die in Aktien investierten Anleger aber kein Grund, sich noch von Positionen zu trennen. Die Bücher seien so gut wie geschlossen.

Mit der Entwicklung in diesem Jahr können die Anleger zufrieden sein, hat doch der Dax bisher fast 30 Prozent dazu gewonnen, der Nebenwerteindex MDax sogar rund 34 Prozent. Seit dem Tiefpunkt an den Aktienmärkten im März 2009 nach der Lehman-Pleite ist der Dax sogar um mehr als 100 Prozent gestiegen.

Hexensabbat am Freitag

In der Woche vor Weihnachten rechnen Experten mit nur wenig Bewegung am deutschen Aktienmarkt. Bereits in den vergangenen Tagen hat sich das Geschehen an den Börsen beruhigt, der Dax legte in der letzten Woche rund ein Prozent zu. Spannend wird es am Freitag. Dann steht der so genannte "Hexensabbat" an, der für Kursschwankungen sorgen kann. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus.

Händler und Broker bleiben in Alarmbereitschaft. "Viele Firmen sagen ihren Händlern, dass sie sich über Weihnachten ein paar Tage frei nehmen können, aber sie müssen in Bereitschaft bleiben, falls irgendwas passiert", heißt es auf dem Parkett. An der Wall Street sollen einige Broker sogar Schichtdienst über die Feiertage eingerichtet haben.

Konjunkturdaten im Blick

Da Nachrichten von Unternehmen in der neuen Woche eher Mangelware sein dürften, richtet sich die Aufmerksamkeit der Börsianer vor allem auf Konjunkturdaten. Aus den USA steht am Montag der Empire-State-Index auf der Agenda. Er misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Bundesstaat New York. Am Donnerstag und Freitag könnten weitere US-Daten für Impulse sorgen. Dann rücken unter anderem die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie Daten zum Häusermarkt, dem Verbrauchervertrauen und den Auftragseingängen langlebiger Güter in den Fokus.

In Deutschland dürfte vor allem der am Mittwoch erwartete Ifo-Geschäftsklimaindex für Aufmerksamkeit sorgen. "Wir gehen davon aus, dass sich die Erwartungen der Unternehmen im Dezember weiter verbessert haben", schreibt Christoph Weil von der Commerzbank in einem Kommentar.

Ifo-Index weist den Weg

Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Anstieg des Ifo-Index auf 102 Punkte von 101,4 Punkten im Vorjahr. "Steigen die Stimmungsindikatoren wie von uns und dem Konsens erwartet, dürfte auch die EZB die Konjunkturaussichten wieder etwas positiver einschätzen. Deshalb dürfte sie in diesem Fall die Leitzinsen auf der Ratssitzung im Januar nicht senken", prognostiziert Analyst Weil.

Auf der Unternehmensseite gibt es kurz vor Jahresende kaum noch Neues. Am Montag steht der jährliche Ausblick des Investitionsgüterriesen General Electric (GE) an. Die Aussagen des Managements könnten Rückschlüsse auf den deutschen Wettbewerber Siemens erlauben. Zur Wochenmitte legt der Touristikkonzern Tui Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr vor. Mit großen Überraschungen rechnen Experten jedoch nicht, da die wichtigste Tochter Tui Travel ihre Zahlen bereits vorgelegt hat.

Aus den USA legen der Softwarekonzern und SAP-Konkurrent Oracle, der Paketdienst Fedex sowie der Sportartikelhersteller Nike ihre neuesten Quartalszahlen vor.

Stand: 16.12.2012, 11:39 Uhr