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Hoffnung auf Griechenland-Rettung treibt den Dax nach oben

Einigung mit Eurogruppe über Finanzhilfen

Griechenlands Börse jubelt

Stand: 16.06.2017, 14:44 Uhr

Die Freigabe des 8,5-Milliarden-Pakets für Griechenland sorgt für Erleichterung auch an den Börsen. Während sich Dax & Co. zumindest stabilisieren können, steigt in Athen eine kleine Kursrakete.

Der Athex Composite, der die Wertentwicklung der 60 wichtigsten griechischen Unternehmen abbildet, legte am Freitag um rund 1,8 Prozent zu. Mit 814 Punkten erreichte er den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Der Index hat einen Schwerpunkt im Banken- und Finanzsektor, enthält aber auch eine Reihe von Versorgern, Telekom- und Bauunternehmen.

Verdoppler in zwei Jahren

Markus Gürne

Griechenland auf gutem Wege?

Mit rund 450 Punkten hatte der Athex zu Beginn des vergangenen Jahres seinen Tiefststand erreicht. Seitdem ging es an der griechischen Börse stetig bergauf. Derzeit notiert das Börsenbarometer fast doppelt so hoch. Im Jahr 2006, vor dem Ausbruch der weltweiten Hypotheken- und Finanzkrise, hatte der Index allerdings auch schon über der Marke von 5.000 Punkten notiert. Es besteht also durchaus noch viel Luft nach oben.

Die Hoffnung der Marktteilnehmer scheint dennoch berechtigt. Nachdem die griechische Regierung eine Reihe harter Sparmaßnahmen umgesetzt hatte, darunter Rentenkürzungen und Steuererhöhungen, hat das Land bei der Rückzahlung seiner Schulden nun mehr Spielraum erhalten. Dabei soll unter anderem auch die Wachstumsrate des Landes als Bezugspunkt dienen.

Anleihen bauen Risiko ab

Auch am Anleihemarkt schlägt sich die höhere Zuversicht über eine Gesundung der griechischen Finanzen nieder. Die Rendite zehnjähriger griechischer Staatsanleihen fiel um 0,19 Prozentpunkte auf 5,53 Prozent. Damit signalisieren sie allerdings immer noch, dass der Krisenstaat noch nicht über den Berg ist. Zum Vergleich: Renditen italienischer zehnjähriger Papiere liegen bei derzeit 2,0 Prozent, in Portugal bei 2,7 Prozent. Der "sichere Hafen" Deutschland bietet bei Papieren mit zehnjähriger Restlaufzeit gerade einmal 0,28 Prozent Rendite.

Auch die Märkte warten offenbar noch ab, ob mit der Einigung des Landes mit der Eurogruppe tatsächlich der "entscheidende Schritt für das Land auf dem Weg aus der Krise" genommen wurde. Noch ist zum Beispiel nicht klar, ob Griechenland eine Erleichterung beim Abbau des Schuldenberges erhalten wird und wie diese aussehen soll. Der IWF etwa hält solche Zugeständnisse an Griechenland für dringend notwenig. Eine Klärung darüber wird erst im Sommer erwartet, wenn das Hilfsprogramm des IWF ausläuft.

AB

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