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Anleihe-Rückkaufprogramm

Athen bietet 20 Prozent mehr als der Markt

Die griechische Regierung hat am Morgen erste Details zu dem mit Spannung erwarteten Schuldenrückkauf veröffentlicht. Ziel der Aktion ist es, die eigene Schuldenlast zu drücken.

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Nach Schätzungen von Experten könnte das Land seine Schulden um 20 bis 30 Milliarden Euro verringern, wenn es für den Rückkauf eigener Anleihen zehn Milliarden Euro einsetzt. Das ist möglich, weil die Griechen-Papiere weit unter ihrem ursprünglichen Wert gehandelt werden.

Den Haltern solcher Papiere mit Laufzeiten bis 2023 will Athen nun Höchstpreise zwischen 32,2 und 40,1 Prozent des Nennwertes zahlen. Der Mindestpreis soll zwischen 30,2 und 38,1 Prozent betragen. Die Offerte endet am Freitagnachmittag (7.12.).

Die Gläubiger, die sich freiwillig an dem Rückkaufprogramm beteiligen, erhalten im Gegenzug Obligationen des Euro-Rettungsfonds EFSF. Das Rückkaufangebot gilt für 20 verschiedene, von privaten Investoren gehaltene Anleihen, die zwischen 2023 und 2042 auslaufen und einen Gesamtwert von rund 62,3 Milliarden Euro haben.

Holländische Auktion

Als Verfahren wurde eine modifizierte holländische Auktion gewählt. Dabei müssen Investoren ihre Preisvorstellung offenlegen, bevor das Kaufangebot unterbreitet wird. Den Zuschlag erhalten die Gläubiger mit den höchsten Geboten.

Ob die Auktion gelingt, bleibt abzuwarten. Es gilt als sicher, dass die griechischen Finanzinstitute, die rund 15 Milliarden Euro halten, an dem Rückkaufprogramm teilnehmen werden. In Athen wird jedoch befürchtet, dass ausländische Privatanleger wie Hedge-Fonds in Erwartung höherer Gewinne das Angebot nicht annehmen werden.

Bis zum Mittag ist der Kurs für zehnjährige griechische Bonds um 4,31 Punkte auf ein 14-Monats-Hoch von 39,495 Zählern gestiegen. Im Gegenzug sank die Rendite um fast zwei volle Punkte auf bis zu 14,56 Prozent. Auch am Aktienmarkt waren die Reaktionen positiv: Der Leitindex der Athener Börse stieg um bis zu zwei Prozent.

Finanzminister Stournaras hatte für den Fall, dass das Angebot nicht angenommen werde, über einen "Plan B" gespochen, dessen Details er aber nicht bekanntgab. Reuters-Daten zufolge notierten die für das Rückkaufprogramm infrage kommenden Anleihen auf dem Sekundärmarkt, zum Stichtag 23. November, zwischen 25,15 und 34,41 Prozent. Damit zahlt das Land einen Aufschlag von rund 20 Prozent auf den Kurs von heute morgen.

Voraussetzung für weitere Hilfen

Nach den Vereinbarungen mit den internationalen Gläubigern muss Griechenland das Programm bis zum 13. Dezember abschließen. Dann sollen weitere Milliardenkredite für das Land formell beschlossen werden. Auf das Vorgehen hatten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe in der vergangenen Woche verständigt. Ein Erfolg der Aktion ist Voraussetzung für die Freigabe weiterer Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber an Athen.