Emmanuel Macron zeigt mit beiden Händen Victory-Zeichen

Frankreich-Wahl sorgt für Erleichterung Finanzmärkte sind zufrieden

Stand: 19.06.2017, 09:28 Uhr

Die Finanzmärkte begrüßen den Wahlsieg von Emmanuel Macron und seiner Reformbewegung bei der Stichwahl zum Parlament. An den Aktienmärkten gibt es Aufschläge. Von Euphorie ist allerdings wenig zu spüren.

Der Dax legt am Montagmorgen zum Handelsstart rund 0,8 Prozent zu. Beim europäischen Auswahlindex EuroStoxx 50 liegt das Plus zunächst bei 0,8 Prozent. Der französische Auswahlindex CAC 40 schaffte einen Zuwachs von 1,1 Prozent.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.225,13
Differenz relativ
-0,32%
EuroStoxx 50: Kursverlauf am Börsenplatz DJ Stoxx für den Zeitraum Intraday
Kurs
3.468,13
Differenz relativ
-0,47%
CAC 40: Kursverlauf am Börsenplatz BNP Paribas für den Zeitraum Intraday
Kurs
5.151,30
Differenz relativ
-0,14%

Euro ohne Impuls

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1733
Differenz relativ
-0,32%

Am Devisenmarkt halten sich die Ausschläge noch stärker in Grenzen. Der Euro schaffte es am Morgen haarscharf über die Marke von 1,12 Dollar, fiel dann aber wieder darunter. Damit bleibt die Gemeinschaftswährung in der zuletzt engen Handelsspanne der vergangenen Tage.

Auch am Anleihemarkt zunächst nur geringe Ausschläge: Der für den deutschen Markt richtungweisende Euro-Bund-Future fiel zum Auftakt um 0,02 Prozent auf 164,70 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 0,27 Prozent.

Hohe Mehrheit, niedrige Wahlbeteiligung

Macrons neue Partei hat aus dem Stand nach Auszählung fast aller Stimmen 291 von insgesamt 577 Sitzen in der Nationalversammlung errungen. Den Hochrechnungen zufolge kommt sie gemeinsam mit der Partnerpartei Modem auf bis zu 365 Sitze. Damit fällt der Sieg des pro-europäischen Sozialliberalen zwar klar, aber nicht so deutlich aus wie vorhergesagt. In Umfragen waren für seine Bewegung bis zu 470 Mandate vorhergesagt worden. Die Wahlbeteiligung lag mit 42 Prozent auf einem Rekordtief.

Macron muss liefern

In ersten Stellungnahmen äußerten sich Experten verhalten zuversichtlich zum deutlichen Wahlsieg Macrons und seiner Bewegung "en Marche" bei der Parlamentswahl. ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach etwa erkärte:

»"Mit dem überwältigenden Erfolg bei den Parlamentswahlen in Frankreich haben Staatspräsident Emmanuel Macron und seine Partei... nun die Mehrheit in der gesetzgebenden Nationalversammlung. Auf diese Mehrheit ist Macron für die Umsetzung seiner wirtschaftspolitischen Pläne dringend angewiesen ."«

Immerhin scheint eine Problemfront für die Finanzmärkte mit dem Wahlausgang in Frankreich erst einmal entschärft. "Die politischen Risiken sind wieder in den Hintergrund getreten", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

AB

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