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China

Drache vor chinesischer Flagge

Neue Konjunkturdaten enttäuschen

Chinas Wirtschaft schwächelt

Stand: 13.09.2015, 10:29 Uhr

Konjunkturzahlen aus China stehen derzeit besonders im Fokus der Investoren. Denn das Riesenreich gilt als Zuglokomotive der Weltwirtschaft. Die Sorgen scheinen in der Tat berechtigt.

Denn die am Sonntag veröffentlichten Daten sind schwächer ausgefallen als erwartet und deuten darauf hin, dass Chinas Wirtschaft an Schwung verliert. So legte die Industrieproduktion im August mit einem Zuwachs im Jahresvergleich von 6,1 Prozent geringer zu als erwartet. Experten hatten ein Plus von 6,4 Prozent erwartet. Auch bei den Investitionen verlor das Wachstum an Schwung.

Wachstum im Sommer unter sieben Prozent?

Experten sehen darin Anzeichen, dass die chinesische Wirtschaft im Sommerquartal weniger als sieben Prozent Zuwachs schafft. Für europäische Ohren sind das zwar Traumquoten, für China mit seinen rund 1,4 Milliarden Menschen jedoch so wenig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht. Das böse Wort von der "harten Landung", also einer besonders deutlichen Abkühlung, macht sogar die Runde. Das dürfte die Regierung in Peking dazu bewegen, weitere Konjunkturstützen auf den Weg zu bringen.

Die Einzelhandelsdaten fielen hingegen besser aus und sorgten wenigstens für einen kleinen Lichtblick. Das Wachstum lag bei 10,8 Prozent. Trotzdem hatten zuletzt große Online-Händler wie Alibaba gewarnt und auch der Autoabsatz war zurück gegangen.

Die Regierung soll es richten

People's Bank of China - Chinesische Notenbank in Peking

Chinesische Notenbank in Peking. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Im immer noch zentral gesteuerten China geht der Blick nun in Richtung der allmächtigen Regierung, die auch die Notenbank kontrolliert. "Die Zentralbank muss möglicherweise die Zinsen weiter senken und den Banken die Kreditvergabe erleichtern", sagte Commerzbank-Experte Zhou Hao.

Für die Börse ist die Ausgangssituation nicht leichter geworden. Einerseits könnte der Markt von der Aussicht auf weitere Stimulanzien durch die Herrschenden profitieren. Andererseits haben seit Mitte August die ungewohnt negativen Konjunkturnachrichten und die hektischen Maßnahmen der Regierung den Abschwung am Aktienmarkt erst eingeleitet.

Fakt ist, dass sich der scheinbar nicht enden wollende Boom im Reich der Mitte beruhigt, abzulesen auch an massiven Überkapazitäten in der Stahlindustrie. Vor allem Rohstoffaktien sind massiv unter Druck geraten und auch für die Autobauer hängen die Trauben nicht mehr so niedrig. Aber muss es deswegen gleich eine "harte Landung" sein?

rm/rtr

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