Seitenueberschrift

China

Börse Shenzhen - Steigende Kurse werden rot dargestellt

Nach dem Crash

China: Weiter kräftige Erholung

Stand: 10.07.2015, 08:57 Uhr

Die Erholung am chinesischen Aktienmarkt hat sich auch am Freitag fortgesetzt. Die Kurse an der Schanghaier Börse springen um knapp fünf Prozent an - offenbar dank der Versicherungskonzerne. Doch gebannt ist die Gefahr erneuter Kurseinbrüche nicht.

Seit Beginn des Börsensturzes hätten sie Aktien im Wert von 112,3 Milliarden Yuan (knapp 17 Milliarden Euro) gekauft, um den Kursverfall zu bremsen, erklärte die chinesische Versicherungsaufsicht nach einem Bericht der Zeitung "Shanghai Securities News".

Markus Gürne

Krisenherde in Lauerstellung

Die Behörde hatte es erst am Mittwoch Versicherungen erlaubt, mehr Geld in Standardwerte zu investieren. Zuvor hatten bereits grosse Staatsunternehmen wie der Ölkonzern Sinopec oder der Kohlekonzern Shenhua im grossen Stil eigene Aktien sowie papiere anderer Konzerne aufgekauft. Allerdings dürfen Großinvestoren, die mehr als fünf Prozent der Anteile eines Unternehmens besitzen, ihre Beteiligung ein halbes Jahr lang nicht verkaufen. Auch bleibt die Hälfte der börsenntierten Unternehmen Chinas vom Handel suspendiert.

Viele Aktien bleiben vom Handel ausgesetzt

Derzeit betrifft diese Maßnahme laut der Agentur Bloomberg 1.422 Unternehmen, also 49 Prozent der an Chinas Börsen gelisteten Werte. Dadurch ist der Handel an den Börsen verzerrt.

Trotzdem scheint das radikale Eingreifen der chinesischen Behörden weiter Wirkung zu zeigen. Die Leitbörse in Schanghai war bereits am Donnerstag um bis zu sechs Prozent in die Höhe gesprungen. Das ist der steilste Tagesanstieg seit sechs Jahren. Laut Analysten ist die Erholung vor allem auf massive Stützungsmaßnahmen der Aufsichtsbehörden und der Zentralbank zurückzuführen.

SSE Composite Chart

SSE Composite. | Bildquelle: Wellenreiter-Invest

Experten geben noch keine Entwarnung

Experten befürchten allerdings, dass es nach der Lockerung der derzeitigen Handelsrestriktionen zu weiteren Kursrückgängen kommen könnte. Zudem haben Marktteilnehmer die Sorge, dass sich die Eingriffe der Regierung noch auf Jahre auswirken werden.

Die Börsenkrise wird im Ausland vor allem deshalb mit Sorge verfolgt, weil sie das Wachstum des Landes weiter schwächen könnte. Dies hätte unmittelbare Auswirkungen auf zahlreiche westliche Konzerne, für die der Konsumhunger von Chinas Mittelklasse inzwischen zum größten Absatzmarkt geworden ist. Selbst Apple verkaufte zuletzt mehr iPhones im "Reich der Mitte" als auf dem Heimatmarkt USA. Auch für die deutschen Autobauer hätten Konsumeinschränkungen der Chinas unmittelbare Folgen.

IWF lässt Wachstumsprognosen unverändert

Noch hält der Internationale Währungsfonds (IWF) an seinen Wachstumsprognosen für das Land fest. Danach dürfte das chinesische BIP in diesem Jahr um 6,8 Prozent zulegen. Experten warnen allerdings vor weiteren staatlichen Eingriffen in den Markt, da die Verschuldung in China bereits horrende Ausmaße erreicht hat.

Für viele Anleger sollte die jüngste Korrekturen an den Märkten eine Lehre sein, bergen stark steigende Kurse doch das Risiko eines abrupten Einbruchs. Tatsächlich sind die Kurse am chinesischen Aktienmarkt zwischen dem Frühsommer 2014 und dem 12. Juni diesen Jahres um weit mehr als 100 Prozent gestiegen.

1/7

Verlierer der China-Krise

Von Apple bis Volkswagen

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Monat

Apple

Für den iPhone-Hersteller Apple hätte eine Abschwächung der chinesischen Konjunktur unmittelbare Konsequenzen, haben die Kalifornier doch im ersten Quartal dieses Jahres erstmals mehr iPhones in China verkauft als in den USA. Es kann also nicht überraschend, dass die Apple-Aktie allein in den letzten beiden Tagen bereits gut vier Prozent eingebüßt hat, während die Aktienmärkte auf Erholungskurs eingeschwenkt sind.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Monat

Apple

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat

Volkswagen VZ

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat

Daimler

BMW VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat

BMW VZ

Swatch: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Monat

Swatch

Richemont: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Monat

Richemont

LVMH: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra EU Stars für den Zeitraum 1 Monat

LVMH

lg

Darstellung: