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China

Erleichterungsrally nach BIP-Daten

China-Wachstum auf 25-Jahres-Tief – juchhu!?

Stand: 19.01.2016, 09:08 Uhr

Chinas Wirtschaft ist 2015 so schwach gewachsen wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Dennoch ist an der Börse die Erleichterung zunächst groß.

Der deutsche Leitindex schnellt zu Handelsbgeinn auf 9.723 Punkte empor – ein Aufschlag von 2,1 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Montag.

Anleger wieder risikofreudiger

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
10.323,56
Differenz absolut
75,80
Differenz relativ
+0,74%

Der Dax folgt damit den guten Vorgaben von den asiatischen Börsen. Der japanische Leitindex Nikkei ist mit einem Plus von 0,6 Prozent aus dem Handel gegangen. Der Aktienmarkt in Shanghai schloss 3,3 Prozent höher.

Auch der Devisenmarkt sendet Entspannungssignale: Der weitere fallende Yen – ablesbar am steigenden Dollar/Yen-Kurs – dürfte die laufende Risk-on-Bewegung an den Märkten unterstützen. Einzig der leicht steigende Goldpreis passt hier nicht ganz ins Bild.

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
16.664,82
Differenz absolut
281,78
Differenz relativ
+1,72%
US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
105,62
Differenz absolut
0,87
Differenz relativ
+0,83%
Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1.319,54
Differenz absolut
-0,78
Differenz relativ
-0,06%

Waren die Ängste übertrieben?

Anleger zeigen sich erleichtert, dass das Plus beim chinesischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 6,9 Prozent im Rahmen der Erwartungen ausfiel. Das sorgt, zumindest kurzfristig, für etwas Beruhigung am Markt.

Die größten Ängste um die chinesische Wirtschaft, die in den jüngsten Börsenturbulenzen zum Vorschein gekommen seien, seien wohl übertrieben, sagte Volkswirt Louis Kuijs vom Analysehaus Oxford Economics. "Wir sehen keine Anzeichen für einen abrupten Abschwung."

Anleger vor einer Kurstafel der Börse in Shanghai, China. In China steht rot für steigende, grün für fallende Kurse

In Shanghai leuchten die Kurse rot auf - sie steigen also . | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wer glaubt chinesischen Statistiken?

Ein bitterer Nachgeschmack bleibt aber auch bei diesen Daten: Denn man muss schon an die Glaubwürdigkeit chinesischer Statistiken glauben, um wirklich so etwas wie echte Erleichterung zu verspüren.

Ob die neuen chinesischen Konjunkturdaten es schaffen werden, die Märkte nachhaltig zu beruhigen, bleibt daher abzuwarten.

ag

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