Chinesische Arbeiter bearbeitet Stahlteile in einer Fabrik in Huaibei, China

Signal für anziehende Weltwirtschaft China kommt in Schwung

Stand: 08.06.2017, 08:12 Uhr

Die chinesische Konjunktur wird mehr und mehr zum Signalgeber für die globale Wirtschaft. Im Mai hat der Handel mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt deutlich zugelegt. Und auch der für deutsche Hersteller wichtige Automarkt kommt besser ins Rollen.

Das Geschäft mit Waren aus China brummt wie selten. Wie schon in den Vormonaten legten auch im Mai die Ausfuhren aus dem Land deutlich zu, wie die chinesische Zollbehörde am Morgen vermeldete: Die Exporte stiegen um 8,7 Prozent in Dollar gerechnet im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das war auch deutlich mehr als Volkswirte erwartet hatten, sie waren im Schnitt von plus 7,0 Prozent ausgegangen.

Importe steigen noch stärker

Auch die Einfuhren stiegen im Berichtsmonat aber an, das deutet auf eine bessere Binnenkonjunktur hin, China ist längst nicht nur die verlängerte Werkbank der Welt, sondern auch für Waren aus dem Ausland selbst ein wichtiger Exportmarkt. Der Zuwachs um 14,5 Prozent bei den Importen zeigt dies deutlich. Hier hatten die Experten nur mit einem Plus von 8,5 Prozent gerechnet.

Gerade für deutsche Maschinenbauer und nicht zuletzt Autohersteller ist China einer der wichtigsten Absatzmärkte. VW, Daimler und BMW dürften daher auch mit Spannung auf neue Absatzstatistiken geschaut haben, die ebenfalls am Morgen vom Branchenverband Passenger Car Association (PCA) veröffentlicht wurden.

Trendwende am Automarkt

Für den aktuellen Berichtsmonat Mai weist der Verband einen Zuwachs von 1,2 Prozent aus. Das ist zwar eine niedrige Wachstumsrate, zeigt aber eine Trendwende an. Denn im Vormonat April waren die Verkäufe noch rückläufig gewesen. In den ersten fünf Monaten des Jahres hat sich dank der guten Maidaten ein leichtes Wachstum von 0,9 Prozent ergeben.

Nach stürmischem Wachstum im vergangenen Jahr hatte China gesenkte Mehrwertsteuersätze für bestimmte Autotypen wieder zurückgenommen. Daraufhin hatte die Branche zunächst einen Abwärtsknick verzeichnet.

Auf dem Weg zum Investitionsweltmeister?

China exportiert und importiert nicht nur immer mehr, es ist auch als Investor im Ausland immer hungriger: Im vergangenen Jahr hat China bei direkten Auslandsinvestitionen um 44 Prozent zugelegt, wie die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) gestern in Genf berichtete. Mit 183 Milliarden Dollar Direktinvestitionen rückte China vom fünften auf den zweiten Platz der größten Auslandsinvestoren, hinter die USA.

AB

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