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China

Stabilisierungsversuche

China: Das war noch nicht alles?!

Stand: 05.01.2016, 07:26 Uhr

An den chinesischen Börsen ist ein Erholungsversuch nach dem Kurseinbruch vom Vortag nicht wirklich gelungen. Und ab Freitag droht den Märkten womöglich neues Ungemach.

Dabei sah es im frühen Handel noch so gut aus: Bis kurz nach der Mittagspause (6:00 MEZ) konnten der CSI 300 und SSE Composite ihre Gewinne noch verteidigen. Eine Geldspritze der chinesischen Zentralbank im Volumen von 19 Milliarden Euro sorgte für eine kurzfristige Beruhigung der aufgebrachten Gemüter.

Zudem sorgte eine Erklärung der chinesischen Börsenaufsicht für Aufsehen. Sie erwägt demnach, ob die Zahl der Aktien, die größere Investoren in einem bestimmten Zeitraum verkaufen können, begrenzt wird.

Tiefer geht immer

Nikkei 225: Kursverlauf am Börsenplatz Tokio SE für den Zeitraum Intraday
Kurs
16.449,84
Differenz absolut
-243,87
Differenz relativ
-1,46%

Doch dann setzten sich erneut die Bären durch und zwangen die chinesischen Aktienindizes in die Knie. Nach einem zwischenzeitlichen Minus von mehr als drei Prozent konnt der SSE Composite seine Verlust zum Handelsende hin allerdings wieder begrenzen: Am Ende stand ein vergleichsweise sachtes Minus von 0,3 Prozent auf der Kurstafel.

Die Abwärtsspirale dreht sich damit – wenn auch deutlich gebremst – weiter. Der Versuch einer Bodenbildung muss vorerst als gescheitert gelten. Tags zuvor hatten die chinesischen Behörden nach drastischen Verlusten von mehr als fünf Prozent den Aktienhandel zunächst für eine Viertelstunde gestoppt.

Raus, raus, raus!

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Dax beendet Gewinnserie

Mit dieser Notbremse wollte man "den Märkten eine Gelegenheit zur Abkühlung geben, um der Verbreitung von Panik entgegenzuwirken". Gut möglich allerdings, dass die Behörden mit dieser Maßnahme genau das Gegenteil bewirkten, sahen viele Marktteilnehmer doch darin ein Anzeichen für einen enormen Verkaufsdruck.

Nach dem Ende der Zwangspause rannten alle nur noch zu den Ausgängen, die Indizes stürzten weiter ab, so dass ein weiterer neu eingeführter Schutzmechanismus zum Zuge kam und den Handel für den Rest des Tages aussetzte.

Schwarzer Freitag voraus?

Als Auslöser für den Kursrutsch wurde in den Medien vor allem auf den überraschenden Rückgang des Caixin-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe verwiesen.

Doch die konjunkturellen Problem Chinas sind nicht neu, insofern wundert die drastische Reaktion der Märkte. Weit überzeugender scheint da schon eine zweite Erklärung für den Kursrutsch zu sein: An diesem Freitag endet eine Haltefrist für Großaktionäre, die die Marktaufsicht im Juli verhängt hatte.

Angst vor dem Ausverkauf

Aus Furcht vor einem dann möglicherweise drohenden Ausverkauf dürften zu Wochenbeginn zahlreiche Anleger die Reißleine gezogen haben. Die Angst vor dem Ausverkauf wird damit zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

ag

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