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China

Kurstafel in Nantong City, Ost-China - Fallende Kurse werden in Asien grün dargestellt

Aktienmarkt in Shanghai unter Druck

China-Crash zum Jahresstart

Stand: 04.01.2016, 07:53 Uhr

Keine gute Vorlage auch für die deutschen Börsen zum ersten Handelstag 2016: In Shanghai wurde der Aktienhandel ausgesetzt - zu große Verluste drohten eine Kurslawine auszulösen.

Bei sieben Prozent Minus war am Montagmorgen in Shanghai Schluss: Der Aktienhandel wurde am frühen Morgen deutscher Zeit vorzeitig beendet. Die Regel an der chinesischen Börse gibt es erst seit Jahresbeginn, und sie musste gleich am ersten Handelstag angewendet werden.

Börse Erinnerungen

Der dramatische Ausverkauf in Chinas Börsen weckt Erinnerungen an den Crash Mitte 2015, der die Weltbörsen monatelang belastete. China, das neben den USA inzwischen als zweite Konjunkturlokomotive der Weltwirtschaft angesehen werden, spielt für die Verfassung der weltweiten Finanzmärkte eine immer größere Rolle.

Und natürlich auch für die globale Konjunktur. So waren es denn auch aktuelle Wirtschaftsdaten aus dem Reich der Mitte, die hauptverantwortlich für den Jahresauftakt-Crash waren. Die Daten zur chinesischen Industrie, die das Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte, enttäuschten die Marktteilnehmer. Der Einkaufsmanager-Index für das verarbeitende Gewerbe rutschte im Dezember erneut abwärts, von 48,6 auf 48,2 Punkte. Indexstände von weniger als 50 signalisieren dabei die Schrumpfung eines Wirtschaftssektors. Im Fall der chinesischen Industrie war das bereits der zehnte Rückgang in Folge. "Die Kräfte für eine wirtschaftliche Erholung sind auf Hürden gestoßen", kommentierte "Caixin"-Chefökonom He Fan.

Offizieller Index besser

Der Einkaufsmanager-Index lag damit auch deutlich unter dem offiziellen Index, den der chinesische Handelsverband am Freitag vorgelegt hatte. Dieser lag mit 49,7 Punkten minimal höher als einen Monat zuvor.

Steht Verkaufswelle bevor?

Für den Kursrutsch in Shanghai machen Beobacher aber noch einen weiteren Effekt verantwortlich. Großaktionäre bei chinesischen Aktien dürfen in wenigen Tagen wieder Anteile verkaufen. Ein Verkaufsverbot war am 9. Juli vergangenen Jahres verhängt worden, um den letzten Crash an den chinesischen Aktienmärkten zu stoppen. Damit könnte in fünf Tagen eine neue Verkaufswelle anstehen, sollte die chinesische Regierung nicht erneut entsprechende Maßnahmen verhängen. Um den damit einhergehenden Börsenturbulenzen vorzugreifen, haben nun zu Jahresbeginn offenbar einige Anleger bereits die Reißleine gezogen.

AB

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