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Spanischer Aktienmarkt

Bullen scharren schon mit den Hufen

von Ursula Mayer

Spanien fährt einen harten Sparkurs, um die Verschuldung zu drücken. Mit Erfolg: Mittlerweile kommen die Iberer am Anleihemarkt günstiger an frisches Geld. Auch am Aktienmarkt gibt es Zeichen für eine Erholung.

In Spaniens Aktienarena sind die Bullen schon am Schnauben

Der Madrider Leitindex Ibex, der die wichtigsten Unternehmen in Spanien umfasst, könnte weiter zulegen. Das zeigt ein Blick auf den Chart. Denn Mitte November hat der Index mit zwei Tiefs bei etwa 7.500 Zählern einen Doppelboden ausgebildet. Das ist eine klassische Umkehrformation, ein klares Signal für einen deutlichen Aufwärtstrend. Tatsächlich hat sich der Ibex seitdem wieder leicht erholt und liegt bei rund 7.858 Punkten. Aber von seinem Acht-Monats-Hoch im September bei in Spitze 8.231 Punkten ist er noch weit entfernt.

Dass der Ibex weiteren Auftrieb bekommen könnte, dafür spricht noch etwas anderes: Nämlich, dass der Index die 200-Tage-Linie längst nach oben durchbrochen und weit unter sich zurückgelassen hat. Denn auch das ist ein klares Signal, dass der Kurs weiter steigen könnte.

Spanien ist nicht Griechenland

Allmählich scheint das Vertrauen der Anleger also zurückzukehren, nachdem der Index im Zuge der Banken- und Euroschuldenkrise massiv an Wert verloren hatte und diesen Juli auf bis zu 5.956,30 Zähler eingebrochen war. Diese Trendwende erklärt Felix Schleicher von Value Asset Management so: "Spanien hat nicht so ein großes Schuldenproblem wie Griechenland, das Land hat alle Möglichkeiten, aus der Misere herauszukommen."

Außerdem gebe es viele herausragende spanische Unternehmen, findet der deutsche Anlageberater. Und zum Teil seien sie stark unterbewertet: "Das gilt zum Beispiel für das Bauunternehmen ACS oder für die Bank Santander, die die Bankenkrise relativ problemlos überstanden hat." Hier sieht für Schleicher für Anleger gute Einstiegsmöglichkeiten.

Betrachtet man die vergangenen vier Wochen, hat die Aktie des heimischen Privatsenders Mediaset Espana am meisten dazu gewonnen. Mit einem Plus von 9,68 Prozent ist unter den spanischen Einzelwerten der Spitzenreiter, gefolgt von dem Titel des Erdölkonzerns Repsol. Der hat immerhin 8,02 Prozent zugelegt. Dritter ist mit einem Plus von 7,18 Prozent das Infrastrukturbetreiber Ferrovial.

Iberer können sich günstiger mit Geld eindecken

Entwarnung kann auch auf dem spanischen Anleihemarkt gegeben werden: Waren die Risikoaufschläge für zehnjährige Staatsanleihen zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch von über sieben Prozent geschnellt, so liegen sie jetzt nur noch bei 5,7 Prozent. Im Klartext heißt das: Die Iberer können sich zu deutlich günstigeren Konditionen mit frischem Geld eindecken. Selbst der weltgrößte Anleihehändler Pimco traut sich an solche Anleihen von südeuropäischen Schuldenstaaten wieder heran. "Wir haben vorsichtig damit angefangen, unser Engagement in Spanien und Italien wieder aufzunehmen", berichtete der Leiter des Portfoliomanagements in Deutschland, Andrew Bosomworth.

Klar ist aber natürlich auch, dass Spanien noch viele Hürden zu bewältigen hat. Gerade erst hat die Troika dem Land zur Rettung der maroden Banken einen Kredit in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt. Und am Sonntag wählt mit Katalonien eine der wirtschaftsstärksten Regionen Spaniens ihr Regionalparlament. Der amtierende Regierungsschef Artur Mas hat angekündigt, im Fall seiner Wiederwahl eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit abzuhalten. Diese Abspaltungstendenzen bereiten dem spanischen Ministerpräsident Mariano Rajoy große Sorgen. Er gab vor kurzem offen zu: "Diese Wahl ist noch wichtiger als die spanische Parlamentswahl vor einem Jahr."

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