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Eurokrise

Gebäude der Börse in Athen

Panik in Griechenland

Ausverkauf an Athener Börse geht weiter

Stand: 09.02.2016, 13:05 Uhr

So tief wie jetzt stand der Athener Leitindex ASE zuletzt vor rund einem Vierteljahrhundert. Flüchtlingskrise, Bankenkrise und Eurokrise lehren die Investoren das Fürchten.

Der griechische Leitindex verlor gestern zwischenzeitig 8,6 Prozent und schloss mit knapp 7,9 Prozent im Minus bei 464 Punkten - dem tiefsten Stand seit einem Vierteljahrhundert, wie griechische Finanzmedien berichteten. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Index um knapp 8,9 Prozent nachgegeben. Der Banken-Index verlor am Montag 24 Prozent.

"Schwarzer Montag" in Athen

Als "Schwarzen Montag" bezeichnete die griechische Wirtschaftszeitung "Capital" den gestrigen Handelstag bereits um die Mittagszeit, "Ausländer verlassen griechische Börse", schrieb die Tageszeitung "Kathimerini" in ihrer Online-Ausgabe. Auch am Dienstag bleiben die Kurse im Sinkflug.

Um die Mittagszeit liegt der ASE rund ein Prozent im Minus bei knapp 460 Punkten. Zum Vergleich: Noch im März 2014 markierte der Index ein Zwischenhoch bei 1.369 Zählern. Allein seit Jahresbeginn hat der ASE deutlich mehr als ein Viertel seiner Marktkapitalisierung eingebüßt.

Neue Gelder braucht das Land!

Alexis Tsipras

Alexis Tsipras. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zusätzlich zur ohnehin gerade miserablen Stimmung an den globalen Aktienmärkten machten den Investoren die Flüchtlingskrise sowie ein mögliches Scheitern der Gespräche zwischen Griechenland und seinen Geldgebern Angst, lautet die Einschätzung der griechischen Finanzpresse. Die  Linksregierung von Alexis Tsipras ringt mit den Gläubigern um die Umsetzung der Rentenreform, um die Freigabe einer weiteren Kredittranche zu erreichen.

Nach einwöchigen, aber ergebnislosen Verhandlungen hatten die Vertreter von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds Athen am Freitag wieder verlassen.

Proteste gegen Rentenreform

"Wenn sich die Verhandlungen mit den Gläubigern noch weiter in die Länge ziehen, besteht die Gefahr, dass die hiesige Wirtschaft und die Banken leiden", bilanzierte ein griechischer Banker gegenüber der "Kathimerini".

Griechenland muss auf Druck seiner internationalen Gläubiger die staatlichen Rentenausgaben um 1,8 Milliarden Euro reduzieren. Vorgesehen ist unter anderem eine Deckelung der Rente auf 2300 Euro, derzeit liegt der Höchstbetrag bei 2700 Euro. Zudem sollen die Rentenbeiträge erhöht werden. Zehntausende Menschen gingen aus Protest dagegen vergangene Woche auf die Straße.

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Black Monday 1987, New York

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Am 19. Oktober 1987 hatten Spekulationen auf höhere US-Zinsen die Kurse weltweit einbrechen lassen. Der Dow-Jones-Index stürzte um 22,6 Prozent ab. Selbst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war der Einbruch nicht so hoch. In Frankfurt purzelten die Kurse gemessen an dem zurückberechneten Dax - der Index wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt - um durchschnittlich 9,4 Prozent. Im Folgenden eine Übersicht über die prozentual höchsten Verluste der Börse seit damals.

ts

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