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Konjunktur

ZEW-Konjunkturindex Januar 2015: + 48,4

Höchster Anstieg seit Februar 2014

ZEW-Index vertreibt Kummer und Sorgen

Stand: 20.01.2015, 10:40 Uhr

Das Stimmungsbarometer hat sich im Januar überraschend stark aufgehellt. Nach Ansicht von Volkswirten und Finanzmarktspezialisten haben sich die Konjunkturerwartungen im nächsten halben Jahr verbessert – das signalisiert das ZEW-Barometer ganz deutlich.

Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ermittelte Indikator stieg im Januar um ganze 13,5 Punkte auf 48,4 Zähler. Das ist der höchste Stand seit Februar 2014. Mit einem Anstieg hatten Bankenvolkswirte auch gerechnet, aber nicht in dieser Größenordnung. Sie hatten den ZEW-Index vielmehr bei 40,0 Punkten vermutet.

Das ist die dritte Verbesserung in Folge. Bereits in den beiden Vormonaten war das Konjunkturbarometer zum Teil überraschend stark gestiegen. Damit zeichnet sich eine klare Trendwende ab, nachdem der Index vorher zehn Mal in Folge gefallen war. Auch der zweite wichtige deutsche Stimmungsindikator, der Ifo-Index, war im November und Dezember gestiegen.

Niedriger Ölpreis und schwacher Euro helfen

"Wesentlich für den erneuten Zugewinn dürften der weiterhin rückläufige Ölpreis sowie die weitere Abwertung des Euro sein", kommentierte ZEW-Präsident Clemens Fuest und lieferte damit genau dieselbe Begründung wie schon im vergangenen Monat. Die Stimmung unter Finanzmarktexperten sei nicht getrübt worden, durch die Turbulenzen an den Kapitalmärkten, bedingt durch die anstehenden Parlamentswahlen in Griechenland und die Aufgabe der Koppelung des Schweizer Franken an den Euro, ergänzte Fuest.

Der ZEW-Index ist das Ergebnis einer monatlichen Umfrage unter Finanzmarktteilnehmern. Nicht nur die Erwartungen an die kommenden sechs Monate, auch die aktuelle Lage schätzten die Börsianer besser als zuvor ein. Der ZEW-Teilindex stieg von 10,0 auf 22,4 Punkte, erwartet worden waren nur 13,0 Zähler.

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Die Stimmung unter den Finanzexperten sei freundlich, schrieb Viola Julien von der Landesbank Hessen-Thüringen in einem Kurzkommentar, und das habe nicht nicht nur mit dem sinkenden Ölpreis, sondern auch mit der Aussicht auf ein breit angelegtes Anleihekaufprogramm der EZB zu tun. Daher erwartet die Helaba-Expertin auch für den Ifo-Geschäftsklimaindex, der kommende Woche wieder zur Veröffentlichung ansteht, neue positive Impulse.

Dax und Euro steigen - aber nur leicht

Die Bekanntgabe des ZEW-Index sorgte für verhältnismäßig geringe Dynamik an der Börse. Der Dax stieg erst um 0,2 Prozent, büßte dieses leichte Plus aber schnell wieder ein. Der Wert des Euro erhöhte sich leicht auf 1,1610 Dollar.

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Zuletzt hatte es von Konjunkturseite eher negative Nachrichten gegeben. Unter anderem hatte der IWF die Prognose für Deutschland deutlich gesenkt. Demnach soll das Wachstum in diesem Jahr nur noch 1,3 Prozent betragen, statt 1,5 Prozent vorher. Die Weltwirtschaft an sich soll laut IWF schwächeln. Und auch aus China gab es wenig Erfreuliches zu berichten: Mit 7,4 Prozent legte die chinesische Wirtschaft 2014 so langsam zu wie seit 24 Jahren nicht mehr.

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