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Konjunktur

ZEW-Konjunkturindex März 2015

Besser, aber unter Erwartungen

ZEW steigt langsamer

Stand: 17.02.2015, 11:31 Uhr

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich auch im März weiter aufgehellt, wie das jüngste ZEW-Barometer zeigt. Volkswirte hatten allerdings einen noch größeren Schritt erwartet.

Das Barometer für die Konjunkturerwartungen stieg im März um 1,8 auf 54,8 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 219 Anlegern und Analysten mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit mehr als einem Jahr und der fünfte Anstieg in Folge. Ökonomen hatten allerdings mit einem kräftigeren Anstieg auf 58,2 Zähler gerechnet.

Dax
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"Die Konjunkturerwartungen für Deutschland bewegen sich weiter auf hohem Niveau", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Gleichzeitig lassen sich jedoch nur geringe Fortschritte bei der Lösung der Ukraine-Krise und der griechischen Staatsschuldenkrise verzeichnen." Dies dämpfe die Erwartungen.

Auch die Lage besser bewertet

Die vom ZEW befragten Finanzprofis bewerteten auch die Lage besser als zuletzt. Dieses Barometer stieg um 9,6 auf 55,1 Zähler. Hier waren lediglich 50,0 Punkte vorhergesagt worden. Auch mit Blick auf die Konjunkturentwicklung in der Eurozone stiegen die Erwartungen, hier stieg der Indikator um 9,7 Punkte auf 62,4 Punkte. Der Index für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbesserte sich um 11,8 Punkte auf minus 36,6 Punkte.

An der Börse sorgte das viel beachtete Konunkturbarometer dennoch für Enttäuschung. Der Dax weitete seine Verluste nach Bekanntgabe der Daten etwas aus und fiel um ein Prozent.

Erwartungen angehoben

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Viele Ökonomen haben wegen des schwachen Euro, der niedrigen Inflation und der Rekordbeschäftigung ihre Prognosen für Europas größte Volkswirtschaft zuletzt merklich angehoben. So sagt die Allianz inzwischen ein Wachstum von 2,1 Prozent für 2015 voraus. Sie ist damit viel optimistischer als die Bundesregierung, die nur ein Plus von 1,5 Prozent erwartet.

Der Erwartungssaldo liege zwar unterhalb der Konsensschätzung, dennoch unterstreiche die erneute Stimmungsverbesserung die positiven Erwartungen bezüglich der deutschen Wirtschaftsentwicklung, meint Ulrich Wortberg, Volkswirt bei der Helaba. Mit dem Anstieg der Umfragesalden sei auch die Indikation für den Ifo-Geschäftsklimaindex positiv, ist der Ökonom überzeugt.

Der zuletzt wieder gesunkene Ölpreis sowie der Rückgang des Eurokurses dürften zur Stimmungsaufhellung beigetragen haben. Auch das erweiterte Anleihekaufprogramm der EZB scheint den Konjunkturoptimismus zu stärken.

lg

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