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Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington

US-Zinszyklus im Blick

Welche Signale sendet die Fed?

Stand: 14.06.2017, 15:48 Uhr

Eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve heute Abend gilt als ausgemachte Sache an den Märkten. Aber wie könnte es danach weitergehen?

ARD-Börsenstudio: Konrad Busen

Börse 10.00 Uhr: Vor dem Fed-Treffen

Geht es nach der Statistik der Chicagoer Terminbörse CME, wird die Federal Reserve nach ihrer nächsten Sitzung heute Abend das Zinsniveau weiter anheben. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,8 Prozent erwarten die Anleger, dass die Notenbank zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf dann 1,00 bis 1,25 Prozent anhebt.

Viele Jahre hatte die Fed die Märkte auf den zaghaften Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik vorbereitet, jetzt dürfte der nächste Schritt kommen. Angesichts der vollbeschäftigten amerikanischen Volkswirtschaft ein nachvollziehbarer Kurs, der allerdings teuer erkauft wurde. Die Bilanz der Fed ist auf mehr als vier Billionen Dollar angeschwollen. Um die Wirtschaft anzukurbeln, sind also gigantische Summen in die Märkte gepumpt worden. Bereits im März hatte Notenbank-Chefin Janet Yellen verkündet, dass die Bilanz nun wieder verkleinert werden soll.

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Historisch bleibt das Zinsniveau trotzdem sehr niedrig. Gleichwohl hat die Fed unter den großen Notenbanken der westlichen Welt als einzige so etwas ähnliches wie eine Normalisierung ihrer Zinspolitik in Angriff genommen. Schon im Dezember 2015 gab es den ersten Schritt, seitdem steigen die Zinsen in Amerika.

Die letzte Erhöhung in diesem Jahr?

Wichtig wird aber wie immer der Blick nach vorne sein. Kommt ein weiterer, ein dritter Zinsschritt in diesem Jahr? Auch dies galt lange Zeit als wahrscheinlich, zuletzt sind aber Zweifel aufgekommen. "Ich erwarte, dass die Fed im Juni die Zinsen zum letzten Mal in diesem Jahr anheben wird", erklärt Volkswirtin Anna Stupnytska von Fidelity.

Als Begründung führt die Expertin an, dass die Wirtschaft nicht mehr so mitziehe. So seien die Konsumausgaben zuletzt gesunken und die höheren Zinsen machen sich mit strengeren Kreditauflagen bemerkbar und bremsen das Wachstum.

Entscheidend wird wohl der Inflationsausblick sein. Dieser ist im Moment noch verhalten, schreibt die Expertin. Allerdings könnten vom angespannten Arbeitsmarkt über die Lohnentwicklung durchaus Inflationssignale ausgehen. Mit Schnellschüssen ist nach der Juni-Sitzung aber nicht zu rechnen. Erst ab November/Dezember weist die Statisitik der CME wieder einen höheren Anteil von Anlegern aus, die einen weiteren Zinsschritt erwarten.

Leitzinsen Fed vs. Eurozone

Leitzinsen Fed vs. Eurozone. | Bildquelle: Fed, EZB

rm

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