Gebäude der US-Notenbank Fed in Washington

In Amerika wird Geld teurer US-Notenbank erhöht die Zinsen

Stand: 15.03.2017, 20:22 Uhr

Eine Überraschung war es eigentlich nicht mehr, zu gut waren die letzten amerikanischen Konjunkturdaten. Die Notenbank Federal Reserve hat jetzt reagiert und erwartungsgemäß den Leitzins um einen Viertelpunkt angehoben. Die Märkte reagieren unaufgeregt.

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Kurz nach der von vielen Marktteilnehmern erwarteten Zinserhöhung in Amerika von einem Viertelprozent auf nunmehr 0,75 bis 1,00 Prozent tendiert die Wall Street robust. Der Leitindex Dow Jones baut seine Gewinne derzeit weiter aus und notiert aktuell über ein halbes Prozent höher und über 20.900 Punkten. Der Spätdax legte ebenfalls zu und schloss bei 12.030 Punkten.

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Am Devisenmarkt steigt der Euro in einer ersten Rekation auf 1,0672 Dollar, das Tageshoch hatte bisher bei knapp 1,0640 Dollar gelegen. Die Finanzmärkte hatten sich bereits im Vorfeld auf die Entscheidung eingestellt, so dass die Schwankungen überschaubar bleiben.

Weitere Zinserhöhungen folgen

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Die Entscheidung fiel mit 9:1 Stimmen deutlich. Die gute Konjunktur und der in Teilen fast schon leergefegte Arbeitsmarkt hatten schon länger auf einen solchen Schritt hingedeutet. Die Währungshüter peilen zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr an und gehen davon aus, dass der Leitzins zum Jahresende bei 1,375 Prozent liegen wird. Das ist auch das Niveau, das zuletzt im Mittel erwartet worden war.

Zum Ende des kommenden Jahres gehen die Notenbanker im Mittel davon aus, dass das Niveau dann bei 2,125 Prozent liegt. Darüber hinaus bestätigte die Fed ihre Prognose eines BIP-Wachstums im laufenden Jahr von 2,1 Prozent und einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent. Lediglich bei den Inflationserwartungen korrigierte die Bank für 2017 im Vergleich zum Dezember auf 1,9 nach zuvor 1,8 Prozent leicht nach oben.

Für 2018 wurde die Erwartung beim BIP-Wachstum ebenfalls leicht auf 2,1 nach zuvor 2,0 Prozent angehoben. Dies bei einer Arbeitslosigkeit von unverändert 4,5 und einer Kerninflation von 2,0 Prozent.

Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs

Bankchefin Janet Yellen erklärte nach dem Entscheid, dass sie weiter mit einem moderaten Wachstum der Wirtschaft in den nächsten Jahren rechne und betonte, dass ein längeres Warten mit dem Zinsentscheid womöglich ein höheres Tempo bei weiteren Erhöhungen verlangt hätte.

Dies könnte ein dezenter Hinweis auf die vom neuen Präsidenten Donald Trump angekündigten massiven Konjunkturprogramme sein, die kreditfinanziert werden sollen. Trump selber habe sie bisher nur flüchtig getroffen, sie erwarte aber eine engere Zusammenarbeit mit Finanzminister Steven Mnuchin. Trump hatte Yellen im Wahlkampf kritisiert, es wird damit gerechnet, dass ihr Vertrag 2018 nicht verlängert wird.

Yellen rechnet mit einem Anstieg der Kerninflation, trotzdem bleibe die Geldpolitik konjunkturunterstützend. Einen genauen Plan im Hinblick auf auf mögliche Ändferungen der Fiskalpolitik sei nicht festgestellt worden, sagte sie weiter.

rm

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