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US-Notenbanker uneinig

Ende der Anleihenkäufe schon 2013?

In der Führung der US-Notenbank stößt die geldpolitische Lockerung offenbar zunehmend auf Kritik. Mehrere Mitglieder befürchten gefährliche Nebenwirkungen der Konjunkturhilfen und sprachen sich für ein baldiges Ende der Anleihenkäufe aus. Das verunsichert die Märkte und gibt dem Dollar Auftrieb.

US-Notenbank FED in Washington (Quelle: pa/dpa)

Wie aus dem am Donnerstagabend veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung Mitte Dezember hervorging, sind die Währungshüter gespalten über die aktuelle Strategie der Fed. Man sei sich im Offenmarkt-Ausschuss der US-Notenbank (Fed) uneinig gewesen, ob die Anleihenkäufe bis Ende 2013 nötig seien. Einige Mitglieder befürchteten schädliche Nebenwirkungen und empfahlen, das Programm deutlich vor diesem Zeitpunkt zu verlangsamen oder gar zu stoppen, hieß es. Andere Mitglieder wollten dagegen die Käufe weiter wie geplant fortsetzen. Unter ihnen waren auch manche, die auf weitere Konjunkturhilfen pochten, ohne Umfang und Zeitrahmen zu nennen.

Fed setzt vorerst Kaufprogramm fort

Das Protokoll macht deutlich, dass die Zentralbank ihre Stützungsmaßnahmen für die US-Wirtschaft möglicherweise noch im laufenden Jahr einschränken wird. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarten überwiegend ein Ende der monatlichen Anleihekäufe in diesem Jahr.

In den kommenden Monaten wird die Fed aber wohl an dem Ankauf von Staatsanleihen zur Stützung der Konjunktur trotz wachsender Bedenken in den eigenen Reihen festhalten. Ab Januar wird die Notenbank jeden Monat zusätzlich für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen und pumpt weiteres billiges Geld in die lahmende Wirtschaft. Die regelmäßigen monatlichen Anleihenkäufe verdoppeln sich so nahezu auf 85 Milliarden Dollar. Die Notenbank hatte am 12. Dezember ein neues Bond-Programm angekündigt.

Wall Street dreht ins Minus, Dollar steigt

Der neue geldpolitische Ton in der Sitzung erschreckte die Anleger. Dow und Nasdaq drehten ins Minus und schlossen 0,2 Prozent bzw. 0,4 Prozent tiefer. Der Dollar hingegen legte kräftig zu. Der Euro rutschte zeitweise auf bis 1,3017 Dollar ab und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember 2012. Der Goldpreis gab nach und verbilligte sich um gut elf Dollar auf 1.651 Dollar je Feinunze. "Das Sitzungsprotokoll enthüllt ein etwas überraschendes Maß an Sorgen unter den Zentralbankern wegen der langfristigen Auswirkungen des Bond-Ankaufprogramms", meinte Analyst Omer Esiner von Commonwealth Foreign Exchange.

Einig war sich der Offenmarktausschuss lediglich darin, dass sich die Aussichten für den schwachen Arbeitsmarkt ohne Hilfe der Geldpolitik nicht verbessern dürften. Fed-Chef Ben Bernanke hat die Geldpolitik an die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts gekoppelt. Der Leitinzins, der bei null bis 0,25 Prozent liegt, soll erst dann wieder steigen, wenn die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent fällt. Derzeit liegt sie bei 7,7 Prozent.

Stand: 04.01.2013, 09:11 Uhr