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Dax-Performance 2011
Schuldenkrise lässt Anlegerträume platzen
Für die Investoren endet das Jahr 2011 enttäuschend. Der Dax schloss eines der schlechtesten Jahre seiner Geschichte mit einem kräftigen Minus ab. Die Sorge um die Stabilität der Währungsunion zerstörte die Chance auf eine akzeptable Jahresrendite.
Den Dax kostete das Jahr fast 15 Prozent
Das recht freundliche Ende des letzten Handelstages kann nicht darüber hinwegtäuschen. Zwar schloss der deutsche Leitindex mit einem Aufschlag von 0,9 Prozent, die erreichte Punktzahl von 5.898,35 ist aber deutlich niedriger, als Experten und Anleger erhofft hatten.
Das vergangene Jahr hatte der Dax noch mit 6.914,19 Zählern abgeschlossen, angesichts der optimistischen Expertenprognosen seinerzeit ist das Jahresminus von 14,7 Prozent also eine herbe Enttäuschung. "Das Jahr 2011 hat zahlreiche Enttäuschungen bereitgehalten", fasst Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets zusammen.
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Dax wie einst im Mai
"Vor zwölf Monaten gab es noch jede Menge Hoffnungen auf eine Wirtschaftserholung, bis uns dann vor allem die Staatsschuldenkrise in Europa einholte", kommentiert Paluch. Und in der Tat: Das erste Halbjahr verlief für die Anleger gewissermaßen wie geplant.
Der Dax nahm mächtig Fahrt auf und erreichte trotz der Katastrophe von Fukushima, die im März für einen kräftigen Knick in der Kurve sorgte, im Mai bei 7.600,41 Punkten den höchsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren. Die euphorisierten Investoren ließen sich hinreißen, träumten bereits von der nächsten runden Marke bei 8.000 Zählern. Aber es kam anders.
Die Pleitefurcht grassiert
Zwischen Ende Juli und Mitte September rauschte der Dax um knapp 30 Prozent in die Tiefe. Dabei schrumpfte die Marktkapitalisierung der 30 Index-Werte um 214 Milliarden Euro: Die Schuldenkrise hatte die Märkte in die Zange genommen.
Zunächst ging es vor allem um die Bonität Griechenlands, aber den Anlegern schwante, dass die Hellenen lediglich der erste Dominostein in einer längeren Reihe von Pleitekandidaten sein könnte. Auch die Furcht vor einer Insolvenz von Portugal, Spanien und Italien wuchsen.
USA im Visier der Bonitätswächter
Im August folgte schließlich ein Schock der besonderen Art: Die Ratingagentur knöpfte sich das Musterland des modernen Kapitalismus vor und stufte in einem historischen Schritt die Bonität der USA herab. Danach fand der Dax erst im September bei einem Stand von 4.965,80 Stellen wieder einen Halt. Dies war der niedrigste Stand seit gut zwei Jahren. Seitdem sind die Investoren Zeugen, wie Politik und Wirtschaft bislang mäßig erfolgreich um einen Ausweg aus der Schuldenkrise ringen. Der Spielraum nach oben blieb für die Aktienmärkte also gering.
Vorsicht wurde belohnt
Naturgemäß litten besonders Finanztitel unter den Sorgen um die Stabilität der Währungsunion. Seit Jahresbeginn verloren die Titel der Commerzbank mehr als 70 Prozent. Die Aktien der Deutschen Bank büßten im Jahresverlauf insgesamt rund ein Viertel an Wert ein.
In der Krise bewährten sich wieder einmal defensive Werte. Auf Jahressicht schnitten die Titel des Pharmakonzerns Merck mit einem Aufschlag von rund 29 Prozent im Dax am besten ab. Fresenius Medical Care verbuchten ein Plus von rund 21 Prozent und die Aktien der Muttergesellschaft Fresenius ein Plus von immerhin etwa 14 Prozent.
Auch 2012 kein Kursfeuerwerk
Wesentlich besser als für den deutschen Leitindex lief es nur für wenige Indizes: Der Londoner FTSE 100 büßte 5,6 Prozent ein, der Schweizer SMI 7,8 Prozent. Der japanische Nikkei und der französische CAC 40 gaben dagegen mit mehr als 17 Prozent noch mehr nach als der Dax. Der EuroStoxx 50 sackte um 17,5 Prozent ab.
Die Lehren aus 2011 haben die Experten vorsichtig gemacht. Zum Beginn des neuen Jahres erwarten Analysten alles andere als ein Kursfeuerwerk: "Die Gesamtlage spricht dafür, weiterhin vorsichtig zu bleiben", sagt Christian Jasperneite, Volkswirt bei MM Warburg. "Die Zusatz-Liquidität der EZB verringert zwar den Druck in den Schuldenkrise. Solange sich aber fundamental nichts ändert, ist Zurückhaltung angesagt."
Stand: 30.12.2011, 15:56 Uhr