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Konjunktur

Ifo-Geschäftsklimaindex

Unerwarteter Anstieg

Ifo-Index: Noch sind die Bosse guter Dinge

Stand: 24.09.2015, 10:29 Uhr

Die deutsche Wirtschaft bleibt trotz der zunehmenden Sorgen um die Weltwirtschaft zuversichtlich. Der Ifo-Index steigt sogar den dritten Monat in Folge.

Der vom Münchner Ifo-Institut allmonatlich ermittelte Geschäftsklimaindex stieg im September zum Vormonat leicht um 0,1 Punkte auf 108,5 Zähler. Zudem wurde der Vormonatswert leicht von 108,3 auf 108,4 Punkte nach oben revidiert. Bankvolkswirte hatten für September einen Rückgang auf 107,9 Punkte erwartet.

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Das Ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Das Geschäftsklima basiert auf einer Umfrage unter 7.000 Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen beurteilen ihre gegenwärtige Geschäftslage und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate.

"Robuste Wirtschaft"  

Hans-Werner Sinn

Hans-Werner Sinn. | Bildquelle: Ifo-Institut

"Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Der Zuwachs beim Ifo-Index ist auf überraschend positive Zukunftserwartungen zurückzuführen. Die Einschätzung der aktuellen Lage hat sich dagegen im Vormonatsvergleich etwas eingetrübt. Allerdings ist das Debakel um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen noch nicht in der jüngsten Umfrage enthalten.

Die Turbulenzen in China und die ausgebliebene Zinswende in den USA schürten zuletzt Sorgen vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft und davon ausgehend einen Dämpfer für die exportabhängige deutsche Wirtschaft.

"Robuste Konjunktur"

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Für Helaba-Fachmann Ulrich Wortberg kommt der dritte Anstieg des Ifo-Index in Folge überraschend: "Deutsche Unternehmen scheinen sich nicht allzu große Sorgen über die Stabilität der Weltwirtschaft zu machen." Der Frühindikator signalisiere eine anhaltende, robuste deutsche Konjunktur, wobei sogar eine erhöhte Dynamik möglich erscheine. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht verbesserter Stimmungsindikatoren in Frankreich seien Diskussionen über eine Ausweitung des EZB-Kaufprogramms nicht angemessen.

VW-Debakel noch nicht berücksichtigt

Allerdings ist das Debakel um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen in der jüngsten Umfrage noch nicht enthalten. Dabei befürchten einige Ökonomen, dass der VW-Skandal die gesamte deutsche Wirtschaft belasten dürfte, trifft doch die Affäre die gesamte, für Deutschland lebenswichtige Branche.

Zunächst einmal überwiegt aber die Freude über die anhaltend gute Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft. Der Dax kann nach Veröffentlichung der Ifo-Daten seine Gewinne weiter ausbauen.

lg

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Das sagen die Experten zum Ifo-Index

"Besser als erwartet"

Holger Sandte, Europa-Analyse bei Nordea

Holger Sandte, Europa-Analyse bei Nordea

"Das war etwas besser als erwartet, wie schon im August. Die Stimmung ist derzeit robust wie Teflon. Deutschland erlebt Wachstum auf recht breiter Basis, und wenig deutet derzeit auf eine Eintrübung hin. Offenbar sorgen sich die Unternehmen wenig um China. Vielmehr profitieren sie von der robusten Binnennachfrage, der Erholung im Euroraum und den tiefen Ölpreisen."

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