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Konjunktur

Ifo-Geschäftsklimaindex

Erneuter Rückgang im Juni

Ifo-Index: Gedämpfte Aussichten

Stand: 24.06.2015, 10:26 Uhr

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im Juni den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Dabei hatte die Konjunktur zuletzt eigentlich angezogen: Exporte, Industrieaufträge und Produktion sind gestiegen.

Dennoch fiel das Barometer für das Geschäftsklima im Juni von 108,5 auf 107,4 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 7.000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit 108,1 Zählern gerechnet. Die Führungskräfte beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten schlechter als im Vormonat.

Hans-Werner Sinn

Hans-Werner Sinn. | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind gedämpft", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Nach dem leichten Rücksetzer im Mai hatte er noch erklärt, die deutsche Wirtschaft bleibe auf Kurs. Tatsächlich gehen viele Ökonomen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im zu Ende gehenden zweiten Quartal kräftiger wachsen wird als zu Jahresbeginn. Von Januar bis März war das BIP lediglich um 0,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Ende 2014 hatte es noch zu einem Plus von 0,7 Prozent gereicht.

Noch keine Trendwende

Ralf Umlauf, Ökonom der Helaba, sprach von enttäuschenden Zahlen. Es sei aber verfrüht, von einer Trendwende zu sprechen. Per saldo blieben die konjunkturellen Perspektiven in Deutschland moderat, eine höhere Dynamik zeichne sich nicht ab.

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"Der deutliche Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers darf nicht weiter verwundern", sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. "Die Krise in Griechenland und das Szenario eines möglichen Euro-Austritts des Landes führten zu einer Verunsicherung innerhalb des deutschen Unternehmerlagers. Doch auch der aktuelle Stand des Konjunkturbarometers signalisiert noch ein akzeptables Wachstum für die deutsche Wirtschaft."

Erwartungen nach oben revidiert

Führende Institute und die Bundesregierung hatten ihre Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr zuletzt heraufgesetzt - auf rund 2,0 Prozent. Europas größte Volkswirtschaft profitiert damit weniger von dem gesunkenen Ölpreis als gedacht.

Dax und Euro kaum bewegt

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Der Dax reagiert kaum auf die neuesten Ifo-Zahlen. Nach zwei starken Tagen in der Hoffnung auf einen Durchbruch in der griechischen Schuldenkrise tritt er bei 11.530 Punkten auf der Stelle. Der Euro hat sich leicht erholt und ist wieder über die Schwelle von 1,12 Dollar gestiegen.

Der Ifo-Index, der auch international vielbeachtet wird, wird monatlich durch die Befragung von rund 7.000 Unternehmen ermittelt und gilt als eines der wichtigsten Frühwarninstrumente für die Konjunkturentwicklung.

lg

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