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Weitere Anleihenkäufe
Fed liefert wie versprochen
Die US-Notenbank Federal Reserve pumpt wie erwartet auch weiterhin Geld in den Markt. Dazu will sie ab Januar monatlich für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen. Die Wall Street applaudierte zunächst, fiel aber dann ins Minus zurück.
Mit dem neuen Anleihekaufprogramm wird ein auslaufendes Tauschprogramm (Operation Twist) abgelöst. Dabei tauschten die Geldpolitiker zuletzt kurzlaufende Staatsanleihen in ihrem Portfolio in langlaufende Papiere um, um damit die langfristigen Zinsen in den USA zu drücken und die Wirtschaft zu stimulieren.
Keine Zinsänderung geplant
Wie die Fed am Mittwoch nach der letzten Sitzung des für die Geldpolitik entscheidenden Offenmarktausschusses in diesem Jahr mitteilte, will sie ab Januar monatlich für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen. Zudem kauft die Fed bereits hypothekenbesicherte Wertpapiere (Mortgage Backed Securities, MBS) im Wert von 40 Milliarden US-Dollar im Monat. Dieses Programm soll fortgeführt werden.
Fed setzt konkrete Zielvorgaben
Auch will die Notenbank zunächst an der derzeitigen Niedrigzinspolitik festhalten. Der Leitzins wurde in der Spanne von 0,00 bis 0,25 Prozent belassen. Erstmals hat die Zentralbank explizite Zielmarken für die konjunkturellen Steuergrößen Arbeitslosigkeit und Inflation gesetzt. Der Leitzins soll "außergewöhnlich niedrig" bleiben, solange die Arbeitslosenquote über der Marke von 6,5 Prozent liegt und die Inflationserwartung auf Sicht von einem bis zwei Jahren unter der Marke von 2,5 Prozent liegt. Fed-Chef Bernanke erwartet nicht, dass der Schwellenwert für die Arbeitslosigkeit vor Mitte 2015 erreicht wird.
Mit der Angabe der Zielmarken verfolgt Bernanke ein neue Kommunikationspolitik, welche die Fed berechenbarer machen soll. Dieser mechanistische Ansatz der Geldpolitik ist aber nicht unumstritten.
Wirtschaft wächst nur moderat
Nach Einschätzung der Notenbank wächst die US-Wirtschaft nur "moderat". Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich zuletzt leicht entspannt, die Arbeitslosigkeit bleibe aber mit 7,7 Prozent im November vergleichsweise hoch. Im kommenden Jahr erwartet die Fed, dass die US-Wirtschaft zwischen 2,3 und 3,0 Prozent zulegt. 2014 könnten es dann 3,0 bis 3,5 Prozent werden.
Die am Abend verkündeten geldpolitischen Lockerungen waren allgemein erwartet worden: Fed-Chef Ben Bernanke hatte in den vergangenen Wochen mehrfach weitere Schritte angekündigt, um der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen.
Insofern war es auch nicht verwunderlich, dass die amerikanischen Aktienmärkte nach einer kurzen Aufwärtsbewegung mit Gewinnmitnahmen auf den Eintritt der erwarteten Maßnahmen reagierten. Dazu trugen auch Äußerungen Bernankes bei, der vor der Gefahr gewarnt hatte, dass sich die Politiker im Budgetstreit im Angesicht der Fiskalklippe nicht einigen.
Weiterhin erhebliche Risiken für die Märkte
Ziel der Notenbank ist es, zusätzliches Geld in die Wirtschaft zu pumpen, langfristige Zinsen niedrig zu halten und so Investitionen anzukurbeln. Zugleich bekräftigte die Fed ihre anhaltende Sorge um die konjunkturelle Entwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft. Ohne weitere politischen Hilfen dürfte das Wirtschaftswachstum nicht stark genug sein, um anhaltende Verbesserungen des Arbeitsmarktes zu erreichen. Offenbar mit Blick auf die Eurokrise spricht die Fed zudem von "erheblichen Risiken" durch Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten.
Im Gegensatz etwa zur Europäischen Zentralbank (EZB), die ausschließlich das Ziel stabiler Preise verfolgt, muss die Fed wegen ihres gesetzlichen Auftrages auch dafür sorgen, dass die Konjunktur in Gang kommt und möglichst Vollbeschäftigung herrscht.
Stand: 13.12.2012, 09:45 Uhr