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Fed-Entscheidung

Experten mischen Wasser in den Wein

Nach Ankündigung der Konjunkturhilfen der Fed war die Euphorie an den Börsen groß. War das nun wie erhofft der große Wurf? Die Analysten sind uneins.

Mit Spannung hatten sie die Sitzung der Federal Reserve erwartet. Ihre Hoffnung: Es könnte das Zauberwort QE3 fallen, die Abkürzung für eine weitere geldpolitische Lockerung und vor allem: für ein neues Anleihekaufprogramm. Tatsächlich gab die US-Notenbank auch bekannt, dass sie weitere Wertpapiere kaufen will, um den hohen Arbeitslosenzahlen und der schleppenden Konjunktur zu begegnen.

Der Teufel steckt aber im Detail: Denn die Fed kauft nicht, wie erhofft, neue Staatsanleihen. Stattdessen will sie jeden Monat für 40 Milliarden Dollar mit Hypotheken besicherte Wertpapiere erwerben. So sollen die Hypothekenzinsen gesenkt werden. Damit könnte der Häusermarkt in Schwung kommen, und letztlich die Konjunktur, hoffen die Währungshüter. Sie setzen für die Aktion kein Ablaufdatum. Außerdem soll der faktisch bei null liegende Leitzins bis 2015 nicht erhöht werden. Und diese Versprechungen kamen den Aktienmärkten zunächst gut an.

Manche Börsianer wegen Fed-Entscheidung verstimmt

Unter den Börsianern gehen die Meinungen dagegen auseinander: "Die Fed hat weniger geliefert als erwartet. Das ist kein vollständiges QE3-Programm. Sie haben nur ihren Zeh ins Wasser gehalten", kritisiert zum Beispiel Anthony Valeri von LPL Financial. Chris Jarvis von Caprock Risk Management ist derselben Meinung: "Die Tatsache, dass die Fed Immobilienanleihen kauft und keine zusätzlichen Staatsanleihen, wird sicher einige Marktteilnehmer enttäuschen."

Weniger kritisch äußert sich Brad Bechtel von Faros Trading: "Wir haben QE3 bekommen, obwohl es etwas weniger ist als der Markt gehofft hatte", sagt er. Dabei sieht er das Programm grundsätzlich positiv. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, erwartet davon allerdings auch keinen spürbaren Schub für die Wirtschaft. "Profitieren dürften vor allem die Aktienkurse", betont Krämer.

US-Notenbank kassiert auch viel Lob

Trevor Greetham von Fidelity Worldwide ist dagegen von den Maßnahmen der Fed überzeugt: "Wieder einmal hat die Fed die EZB überboten - dieses Mal mit einem schlagkräftigen, zeitlich unbegrenzten Lockerungsprogramm, das genau auf das Kernproblem zielt: Immobilienfinanzierung", so der Experte. "Wenn Europa eine Erkältung hat, holen die USA Antibiotika hervor." Greetham ist zuversichtlich, dass die Notenbank einen neuen Wirtschaftsaufschwung bewirken kann.

Fed-Chef Ben Bernanke habe die Erwartungen an QE3 erfüllt, schreibt auch Marktanalyst Stan Shamu von IG Markets. Mit dem Kauf von Immobilienpapieren unternehme die Fed einen gewaltigen Schritt hin zu einer geldpolitischen Lockerung. Doch stellt Shamu auch die Frage, ob es lange gut gehen kann, wenn es ständig neuer Impulse von Notenbanken bedarf.

tagesschau24 Xetra-Schluss-Bericht vom 21.05.2013

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