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Gebäude der FED in Washington

Einstimmiger Beschluss

Fed hält die Füße still - noch

Stand: 03.05.2017, 20:22 Uhr

Trotz der brummenden amerikanischen Wirtschaft hat die amerikanische Notenbank Federal Reserve wie erwartet den Leitzins unverändert gelassen. Doch das wird nicht so bleiben. Die Märkte reagieren trotzdem gelassen.

Der Leitindex Dow Jones hat seine Tagesverluste fast wett gemacht und notiert bei 20.944 Punkten beinahe auf dem Stand vom Vortag. Am Devisenmarkt fällt der Euro in einer ersten Rekation auf 1,0894 Dollar, das Tageshoch hatte bei 1,0930 Dollar gelegen. Die Entscheidung der Fed, die Leitzinsen in der Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent zu belassen, war allgemein erwartet worden. Die Währungshüter hatten den geldpolitischen Schlüsselsatz erst im März auf dieses Niveau gehievt. Damals signalisierten sie zugleich, dass sie 2017 noch zwei Mal nachlegen wollen.

Fed lässt sich nicht in die Karten schauen

An den Märkten wird für Juni mit dem nächsten Schritt nach oben gerechnet. Die Fed ließ sich jedoch nicht in die Karten schauen und betonte lediglich, die Wirtschaftsentwicklung erfordere "schrittweise Erhöhungen". Zugleich sprechen die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen von einem weiterhin soliden Stellenzuwachs. Sie haben ihr Ziel Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,5 Prozent de facto erreicht.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
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Doch die Konjunktur hat etwas an Fahrt verloren: In den ersten drei Monaten schaffte die US-Wirtschaft lediglich ein Plus von aufs Jahr hochgerechnet 0,7 Prozent - so niedrig war das Wachstum seit drei Jahren nicht mehr. Die Fed geht aber davon aus, dass dies nur eine vorübergehende Entwicklung ist.

Janet Yellen

Janet Yellen. | Bildquelle: Imago

Sie setzt weiter darauf, dass die Wirtschaft mit moderatem Tempo wachsen wird. Präsident Donald Trump will der Konjunktur mit einer Steuerreform mehr Schubkraft verleihen. Yellen hat betont, dass sie eine Überhitzung der Konjunktur nicht zulassen werde und die geldpolitischen Zügel notfalls noch stärker straffen könnte.

Die Fed erwartet, dass die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr um 2,1 Prozent wachsen wird und die Arbeitslosenquote im Schnitt 4,5 Prozent beträgt. Lediglich bei den Inflationserwartungen korrigierte die Bank für 2017 im Vergleich zum Dezember auf 1,9 nach zuvor 1,8 Prozent leicht nach oben.

Für 2018 wurde zuletzt die Erwartung beim BIP-Wachstum ebenfalls leicht auf 2,1 nach zuvor 2,0 Prozent angehoben. Dies bei einer Arbeitslosigkeit von unverändert 4,5 und einer Kerninflation von 2,0 Prozent.

lg

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