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Geldpolitik

Gebäude der US-Notenbank Federal Reserve

Nach der FOMC-Sitzung

Fed lässt sich alle Optionen offen

Stand: 27.01.2016, 20:26 Uhr

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen. Wann es in diesem Jahr weitere Zinsanhebungen geben wird, ließ die Fed offen. Die Anleger reagierten verunsichert.

An der Wall Street dehten die Kurse ins Minus. Der Dow Jones-Index schloss 1,4 Prozent tiefer. Wie erwartet entschied die Fed, den Schlüsselsatz zur Versorgung des Finanzsystems bei 0,25 bis 0,50 Prozent zu belassen. Die Notenbank hatte ihn erst im Dezember zum ersten Mal seit fast zehn Jahren erhöht.

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ARD-Börse: Fed legt Zinspause ein - Börsenreaktionen

Die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen erklärten nun, dass sie die Entwicklung in der Finanzwelt und das globale Konjunkturumfeld genau beobachten werden. Damit wollen sie die Risiken für den Konjunkturausblick abschätzen. Zugleich strichen sie eine frühere Passage, wonach die Gefahren für den Ausblick ausgeglichen seien.

Nichts überstürzen

Dies gilt als Signal, dass sie bei weiteren Zinserhöhungen aus Rücksicht auf Märkte und Wirtschaft nichts überstürzen werden. Im Klartext heißt das:bei der nächsten Sitzung im März dürfte es wohl noch keine weitere Zinserhöhung geben. Zugleich vermieden die Notenbanker aber, eine pessimistischere Sichtweise als in der letzten Sitzung im Dezember zu präsentieren, wo sie zum ersten Mal seit Jahren den Leitzins leicht auf gut ein Viertel Prozentpunkt erhöht hatten. Damit hat die Fed wieder allen Spielraum, den sie braucht.

Die Währungshüter erklärten, dass sie die Effekte des Ölpreisverfalls und des starken Dollars auf die unerwünscht niedrige Inflation weiter für vorübergehend hielten. Auch habe sich die Lage am Arbeitsmarkt aufgehellt, obwohl sich das Wirtschaftswachstum am Ende des Jahres abgeschwächt habe.

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Viele Experten rechnen mit drei Zinsschritten in diesem Jahr. Dennis Lockhart, seines Zeichens seit 2007 Chef der Fed von Atlanta und stimmberechtigtes Mitglied des Fed-Offenmarktausschusses FOMC, hatte sich kürzlich für eine "behutsame" Anhebung der Zinsen ausgesprochen.

Dennis Lockhart

Dennis Lockhart, Yellens Sprachrohr? . | Bildquelle: Federal Reserve Bank of Atlanta

Das tatsächliche Tempo sei aber selbstverständlich von den hereinkommenden Daten zu Wirtschaft und Konjunktur abhängig, erklärte Lockhart in einem Radio-Interview. Lockhart bestätigte damit entsprechende Markterwartungen: In ihren aktuellen Prognosen gehen Ökonomen von drei bis vier Zinsschritten in diesem Jahr Jahr aus und veranschlagen für Ende 2016 einen Satz von 1,375 Prozent.

lg

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