Seitenueberschrift

Konjunktur

Chartverlauf Ifo-Geschäftsklimaindex Juni 2016 bis Februar 2017

Ifo-Geschäftsklima steigt überraschend

Deutsche Unternehmen strotzen vor Optimismus

Stand: 22.02.2017, 10:42 Uhr

Die Angst vor Donald Trump ist vorerst verflogen - zumindest in der deutschen Wirtschaft. Die Stimmung in den Chefetagen hat sich im Februar überraschend aufgehellt.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte von 109,9 auf 111,0 Punkte. Das ergab die monatliche Umfrage des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) unter 7000 Managern. Ökonomen hatten einen leichten Rückgang auf 109,6 Zähler erwartet, nachdem der wichtigste deutsche Frühindikator zu Jahresbeginn leicht gefallen war.

Geschäftslage so gut wie seit August 2011

Die Firmenchefs bewerteten diesmal sowohl die Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser als zuletzt. Die aktuelle Lage wird sogar so gut gesehen wie seit Jahren nicht mehr. Der Teilindex kletterte auf 118,4 Punkte. Das ist das höchste Niveau seit August 2011. Der Teilindex für die Geschäftserwartungen stieg auf 104,0 Punkte.

"Nach verhaltenem Jahresauftakt befindet sich die deutsche Wirtschaft wieder auf gutem Kurs", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die Nachfrage und der Auftragsbestand zogen merklich an", erklärte er.

Die deutsche Wirtschaft war Ende 2016 um 0,4 Prozent gewachsen. Viele Ökonomen und auch die Bundesbank trauen ihr im laufenden ersten Quartal ein etwas größeres Plus zu, da sich die Weltkonjunktur zuletzt belebt hat. Das kommt der exportabhängigen deutschen Industrie zugute.

Keine Angst vor Trump

Negative Effekte des Trump-Protektionismus sind noch nicht erkennbar. Der neue US-Präsident hatte vor kurzem mit der Drohung von Importzöllen für Verunsicherung gesorgt. "Die protektionistischen Absichten Trumps können die Unternehmen offenbar nicht dauerhaft verunsichern", sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger.

Die verbesserte Stimmung in der deutschen Wirtschaft sorgte für kaum Bewegung am Aktienmarkt. Der Dax verharrte leicht im Plus bei knapp unter 12.000 Punkten. Auch am Devisenmarkt konnte der Ifo-Index wenig ausrichten. Der Euro rutschte auf 1,0515 Dollar, den schwächsten Stand seit sechs Wochen.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.602,18
Differenz relativ
-0,15%
Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1,1183
Differenz relativ
-0,24%

nb

1/5

Stimmen zum gestiegenen Ifo-Index

"Protektionismus Trumps kann Unternehmen nicht verunsichern"

Andreas Scheuerle, Deka Bank

Andreas Scheuerle, Ökönom der Deka Bank

"Die Unternehmen durchleben ein Wechselbad der Gefühle. Dies zeigt sich nicht nur in den starken monatlichen Schwankungen, sondern auch im Auseinanderklaffen von Lageeinschätzung und Geschäftserwartungen. Seit Herbst 2012 war der Abstand zwischen der zuversichtlichen Beurteilung der Gegenwart und der verhaltenen Einschätzung der Zukunftsperspektiven nicht mehr so stark. Starken globalen Konjunkturindikatoren, die auf ein gutes erstes Quartal hindeuten, stehen Protektionismussorgen und politische Unsicherheiten gegenüber. Letztere verblassten etwas im Februar vor dem Hintergrund der gut laufenden Konjunktur."

Darstellung: