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Made in China-Schriftzug

Fast 24 Milliarden Dollar

China überrascht mit hohem Handelsüberschuss

Stand: 13.04.2017, 09:17 Uhr

Gerade erst hat Chinas Präsident Xi Jinping dem neuen Mann im Weißen Haus, Donald Trump, versprochen, den Handelsüberschuss reduzieren zu wollen. Im März jedoch stieg der Überschuss wieder kräftig. Doch Trump gibt sich versöhnlich.

Der US-Präsident hat erneut eine Kehrtwende vollzogen und wirft China keine Währungsmanipulation mehr vor. "Sie sind keine Währungsmanipulatoren", sagte Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des "Wall Street Journal". China habe seine Währung seit Monaten nicht manipuliert.

Trump hatte China zuvor wiederholt vorgeworfen, seine Währung zu manipulieren, um so die eigene Wirtschaft auf unfaire Weise im internationalen Wettbewerb zu stützen. Er hatte deshalb im Wahlkampf angekündigt, die Volksrepublik noch am ersten Tag seiner Präsidentschaft als "Wechselkursfälscher" zu brandmarken. Nun will Trump die Handels- und Währungspolitik mit der Nordkorea-Frage verknüpfen. Die USA setzen auf die Unterstützung und den Einfluss Chinas, um das nordkoreanische Atomprogramm zu beenden.

Handelszugeständnisse verknüpft mit der Nordkorea-Frage

Der US-Präsident versprach China via Twitter Zugeständnisse in Handelsfragen machen zu wollen, falls sie ihn im Nordkorea-Konflikt helfen. "Ich habe dem chinesischen Präsidenten erklärt, dass ein Handelspakt für sie deutlich besser ausfällt, wenn sie das Nordkorea-Problem lösen."

Im Wahlkampf und auch am Anfang seiner Präsidentschaft hatte Trump China Währungsmanipulationen und zu hohe Außenhandelsüberschüsse vorgeworfen. Die USA haben ein riesiges Defizit vor allem im Handel mit China. Trump meinte, dies gehe zu Lasten amerikanischer Jobs.

Stärkster Anstieg von Chinas Exporten seit über zwei Jahren

Tatsächlich ist der Handelsüberschuss Chinas im März auf umgerechnet 23,93 Milliarden Dollar geklettert. Experten hatten lediglich einen Überschuss von zehn Milliarden Dollar erwartet. Die Exporte stiegen um 16,4 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit Februar 2015. Die Importe erhöhten sich um 20,3 Prozent.

Im Februar hatte Chinas Außenhandel noch ein seltenes Defizit aufgewiesen. Die Wirtschaftsdaten im Januar und Februar sind aber oft wegen des Neujahrsfests verzerrt, wenn Büros und Fabriken für gut eine Woche schließen.

China ist kein "Währungsmanipulator"

Die Chancen, dass China als "Währungsmanipulator" gebrandmarkt wird und Sanktionen gegen das Land verhängt wird, sind ohnehin gering. Denn für Währungsmanipulation müssen drei Kriterien erfüllt werden: ein Leistungsbilanzüberschuss von drei Prozent der Wirtschaftsleistung, ein "deutlicher" Außenhandelsüberschuss mit den USA sowie ein aktives Drücken des Wechselkurses. Von diesen drei Kriterien erfüllt China genau eines: Sein Überschuss im Warenhandel mit den USA betrug vergangenes Jahr knapp 350 Milliarden Dollar. Chinas Leistungsbilanzüberschuss belief sich dagegen nur noch auf knapp zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: Deutschland kommt hier auf neun Prozent.

nb

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