Chartverlauf Ifo-Geschäftsklimaindex September 2016 bis Mai 2017

Ifo-Index mit Macron-Effekt "Champagnerlaune" in den Unternehmen

Stand: 23.05.2017, 10:24 Uhr

Die Stimmung unter den Führungskräften der deutschen Unternehmen hat sich im Mai erneut weiter aufgehellt und die Prognosen übertroffen. Grund dafür ist wohl der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich.

Der Geschäftsklimaindex kletterte auf 114,6 von 113,0 Punkte. Dies ist der höchste Wert seit Januar 1991, wie das Münchner Ifo-Institut am Vormittag zu seiner Umfrage unter 7.000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten nur mit einem leichten Anstieg auf 113,1 Zähler gerechnet. "Die deutsche Konjunktur zeigt eine hohe Schlagzahl", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest und fügte hinzu: "In den deutschen Chefetagen herrscht Champagnerlaune."

Lage besser als Erwartungen

Clemens Fuest, Ifo-Institut

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. | Bildquelle: Ifo-Institut

Die Führungskräfte beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser. So sind die Erwartungen auf 106,5 Punkte gestiegen, nachdem sie im Vormonat noch leicht auf 105,2 Punkte gesunken waren. Auch die Beurteilung der derzeitigen Lage hat sich erneut gebessert. Der entsprechende Index kletterte auf 123,1 Punkte, nach 121,1 im April.

Experten zufolge reagieren die Unternehmer damit auf den Wahlsieg von Emmanuel Macron in Frankreich. Der neue Präsident hat sich für einen Ausbau der deutsch-französischen Beziehungen ausgesprochen und will die Europäische Union vertiefen.

Deutsches BIP um 0,6 Prozent gestiegen

Dax
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Für die Volkswirtin Viola Julien von der Helaba lässt der Ifo auf Rekordniveau auf eine "sehr freundliche Stimmung" in den deutschen Unternehmen schließen. Die Wachstumsaussichten für das zweite Quartal seien weiterhin robust. "Besonders die Wahl Macrons zum französischen Präsidenten dürfte sich positiv in den heutigen Zahlen niedergeschlagen haben, denn damit ist ein großer Unsicherheitsfaktor beseitigt."

Am Morgen war zudem bekannt geworden, dass die deutsche Wirtschaft mit Schwung ins Jahr 2017 gestartet ist. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs angetrieben vom Bauboom, steigenden Unternehmensinvestitionen und Exporten sowie dem Konsum im Inland im ersten Quartal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Ende 2016 war die Wirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen.

An der Börse kamen die neuen Ifo-Zahlen gut an. Der anfangs zögerliche Dax baut am Vormittag seine Gewinne aus und steigt in der Spitze um 0,7 Prozent auf ein Tageshoch von 12.702 Punkten.

lg

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Stimmen zum starken Ifo-Index "Eine tolle Nachricht"

Andreas Scheuerle, Deka Bank

Andreas Scheuerle, Ökönom der Deka Bank

"Allzeithoch! Das ist eine tolle Nachricht. Aber mal ehrlich: Befindet sich auch die deutsche Konjunktur auf einem Allzeithoch? Wohl kaum. Im Jahr des früheren Allzeithochs wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 4,1 Prozent. Das erwartet derzeit niemand. Wir sollten uns über eine gut laufende Konjunktur freuen, aber nicht - eingelullt von den guten Stimmungsindikatoren - selbstgefällig werden."

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