1/7

Wohin geht der Aktienmarkt? Pro und Contra

Pro und contra steigende Aktienkurse

Pro und contra steigende Aktienkurse

Diese Frage stellt sich in diesem atemlosen Rekordlauf jeder Anleger. Wir haben zwar keine Glaskugel. Für eine fundierte Entscheidung ist es aber immer hilfreich, sich die wesentlichen Pro- und Contra-Argumente vor Augen zu führen.

Wohin geht der Aktienmarkt? Pro und Contra

Pro und contra steigende Aktienkurse

Pro und contra steigende Aktienkurse

Diese Frage stellt sich in diesem atemlosen Rekordlauf jeder Anleger. Wir haben zwar keine Glaskugel. Für eine fundierte Entscheidung ist es aber immer hilfreich, sich die wesentlichen Pro- und Contra-Argumente vor Augen zu führen.

Pro: Kaufsignale erster Güte: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre

Pro: Kaufsignale erster Güte

Anleger, die an der Seitenlinie stehen, mögen dieses Argument nicht: Aber das beste Kaufsignal überhaupt sind nun mal Kursrekorde. Und in Amerika und Deutschland gibt es diese derzeit zuhauf. Erst am Donnerstag haben der marktbreite S&P 500 und die Technologie-Indizes Nasdaq 100 und Nasdaq Composite neue Rekordstände erreicht. Für den Dax lässt sich daraus durchaus noch Nachholpotenzial ableiten. Während der meist betrachtete Performance-Dax ebenfalls auf Rekordniveau notiert, hat der international besser vergleichbare Kurs-Dax (hier im Bild) noch rund vier Prozent Luft bis zu seinem historischen Hoch bei 6.340 Punkten aus dem April 2015.

US-Ökonom und Nobel-Preis-Gewinner 2013 Robert J. Shiller

Pro: Kurspotenzial trotz hoher Bewertung

Die Hausse hat kürzlich einen viel beachteten Unterstützer gefunden. Kein Geringerer als Nobelpreisträger Robert J. Shiller meinte jüngst, der Bullenmarkt könne noch Jahre andauern. "Von hier aus könnte der Markt noch 50 Prozent hochgehen", so der Yale-Professor gegenüber CNBC. Und das, obwohl das von ihm entwickelte Shiller-KGV mit einem Wert von 29 schon deutlich über seinem historischen Durchschnitt von 17 notiert. Sein zentrales Argument für Aktien sind mangelnde Anlagealternativen.

Dabei rät Shiller zu Aktien-Investments außerhalb der USA – und liegt damit voll im derzeitigen Trend pro europäische Aktien, der sich auch an der jüngsten Euro-Rally zeigt. Allerdings muss man hier etwas Wasser in den Wein gießen: Sollte die Wall Street schwächeln, können auch die europäischen Aktienmärkte nicht reüssieren, so gut die Voraussetzungen auch sein mögen.

Chart Dow Jones Nachwahljahre

Pro: Saisonalität

Eigentlich gilt "Sell in May" als die saisonale Direktive überhaupt. Doch gerade die Saisonalität spricht derzeit eher dafür, engagiert zu bleiben. Sowohl der US-Präsidentschaftszyklus als auch der Dekadenzyklus legen weiter steigende Kurse bis in den Spätsommer hinein nahe. Umgekehrt gilt zu beachten: Ab August/September wird es auch laut 7er-Zyklus und US-Präsidentschaftszyklus ziemlich ungemütlich.

Mehr zum Thema: Frühjahrs-Rally statt Sell in May?!

Grinsender Donald Trump

Contra: Donald Trump

Dass die Visionen des neuen US-Präsidenten auch die Aktienmärkte inspiriert und beflügelt haben, steht außer Frage. Aber je länger die Märkte vergeblich auf Steuersenkungen oder Ausgabenprogramme hoffen, und je länger das politische Chaos in Washington anhält, werden die Aktienkurse anfälliger für neue Enttäuschungen.

Und sollte sich Donald Trump in nächster Zeit weitere Fehltritte erlauben, liegt ein Amtsenthebungsverfahren durchaus im Bereich des Möglichen. Ein solcher Impeachment-Prozess würde sich indessen lange hinziehen und den Aktienmarkt zweifellos verunsichern – man denke allein an die zu erwartende öffentliche Schlammschlacht. Die politische Lage in Washington dürfte also ein erheblicher Unsicherheitsfaktor bleiben.

Silhouette der Landmasse Italiens bricht von einer Klippe ab

Contra: Politische Unsicherheit

Doch was vollendete Tatsachen betrifft, haben politische Börsen kurze Beine, wie der Aktienmarkt gerade im Frühjahr eindrucksvoll bewiesen hat. Den dieses Jahr noch anstehenden Parlamentswahlen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien können Anleger denn auch vergleichsweise gelassen entgegensehen.

Mehr Unruhe dürfte dagegen die spätestens im Frühjahr 2018 anstehende Wahl in Italien bringen. Insbesondere die Schuldenprobleme in Euroland sind ja alles andere als gelöst. Während der Markt die Verhandlungen mit Griechenland derzeit nur beiläufig wahrnimmt, war das Thema zu anderen Zeiten schon eine schwere Belastung. Die Schuldenproblematik könnte also jederzeit wieder auf die Agenda kommen.

Auch geopolitische Risiken, die etwa aus der Lage in Syrien oder Nordkorea entspringen, drohen den Aufschwung am Aktienmarkt stets empfindlich zu stören.

Strafzinsen

Contra: Zinserhöhungen

Eine brummende Konjunktur lässt die Unternehmensgewinne sprudeln, und diese sind letztlich der entscheidende Faktor für Aktienkurse. Auch weltweit stehen die Zeichen derzeit auf Wachstum, gerade hat der IWF seine BIP-Prognose für 2017 auf 3,5 Prozent angehoben. In den Kursen sind also schon hohe Gewinnerwartungen eingepreist. Doch der Boom hat an der Börse immer eine Kehrseite, in Gestalt steigender Zinsen. Auch in Europa wird die Zentralbank bald auf den soliden Aufschwung reagieren und sich von ihrer exzessiven Niedrigzinspolitik abwenden müssen. Und steigende Zinsen sind erfahrungsgemäß Gift für Aktienkurse.

Darstellung: