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(Ungewöhnliche) Geldanlage

Interview

Violinen? Da sind seit 100 Jahren acht Prozent drin

Stand: 21.12.2015, 11:22 Uhr

Vom Investor zum Mäzen

Kulturliebhabern winkt allerdings ein besonderes Schmankerl bei der Investition in ein Streichinstrument: das Mäzenatentum. Anleger können ihr musikalisches Investment an Musiker verleihen. "Gerade das ist etwas, was vielen unserer Kunden sehr gut gefällt. Bisher haben sich alle dazu entschieden, ihre Instrumente jungen Künstlern zur Verfügung zu stellen", so Christian Reister.

Das sei allerdings kein Muss, man könne sein kostspieliges Streichinstrument auch einfach in den Tresor legen. "Aber wenn ein Investor das nicht möchte, helfen wir auch gerne bei der Vermittlung eines Musikers."

Sorgen müssen sich die Anleger allerdings nicht um ihr "Schätzchen" machen: "Das Investment kann immer geschädigt werden – der Vorteil hier ist nur, dass sie 100-prozentig dagegen versichert sind. Das Instrument kann danach kaputt sein, keine Frage. Aber die Versicherung wird den Schaden ersetzen", so Thöne.

Violinen-Raub in den USA

In den vergangenen zwei Jahren sei den über Violin Assets vermittelten Instrumenten niemals etwas passiert. "Wir achten darauf, dass die Investoren jedes Halbjahr bis Jahr die Möglichkeit bekommen, das Instrument einer Wartung unterziehen zu lassen."

Allerdings habe es einmal in den USA einen "Aufsehen erregenden" Fall gegeben: Einem Musiker wurde eine geliehene Stradivari geklaut. Er war überfallen und mit einem Elektroschocker außer Gefecht gesetzt worden. Die zwei Diebe hatten sich daraufhin mit dem millionenschweren Instrument aus dem Staub gemacht.

Doch mit diesem Echo schienen sie nicht gerechnet zu haben: Medien weltweit wurden auf den Fall aufmerksam, die Polizei fuhr schwere Geschütze auf. Neun Tage nach dem Überfall wurden die Räuber gefasst.

"Viel Zeit zum Reden"

Über einen Musiker haben sich Thöne und Reister übrigens kennen gelernt - nämlich Reisters Frau. "Sie ist Geigerin und war auf der Suche nach einem Instrument. Während sie einige ausprobiert hat, hatten wir viel Zeit zum Reden", erinnert sich Jost Thöne. "Wir kamen auf das Thema Streichinstrumente als Wertanlage. Und haben gesehen, dass bei uns zwei Expertisen zusammen kommen, um etwas Neues im Markt anzubieten."

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