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Geldanlage

Kinderhände mit Euromünzen

ETF-Sparpläne

Sparen in den Index

Stand: 24.10.2016, 15:09 Uhr

Ein großes Vermögen kann durch einen kleinen Geldbetrag entstehen, der regelmäßig auf die hohe Kante gelegt wird. Mit Indexfonds lässt sich ein Fondssparplan kostengünstig und breit diversifiziert anlegen. Viele Direktbanken bieten inzwischen entsprechende Sparpläne an.

Ein Indexfonds-Sparplan verbindet aus Anlegersicht eine Reihe von Vorteilen. Zunächst sind da die Pluspunkte, die das Anlegen per Sparplan an sich bietet: Anlagebeträge, die sich monatlich oder quartalsweise erübrigen lassen, werden regelmäßig in ein oder mehrere Wertpapiere investiert. Wer per Sparplan anlegt, erwirbt zu einem vorher festgelegten Betrag diese Werte - es muss also keine "ganze" Aktie oder eine bestimmte Anzahl an Fondsanteilen gekauft werden, sondern Bruchteile des jeweiligen Basiswertes, die im Depot dann bis auf die Nachkommastelle genau ausgewiesen werden.

Cost Average "glättet" die Wertentwicklung

Das Sparen in vielen kleinen Etappen hat beim Einstieg in den Aktien-, Renten- oder Rohstoffmarkt gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist es psychologisch leichter, kleine Beträge zu investieren, als per Einmalanlage in einen Markt einzusteigen. Der "Cost-Average-Effekt" trägt tatsächlich dazu bei, den durchschnittlichen Einstiegspreis in einen Index zu "glätten". Da immer der gleiche Betrag investiert wird, wandern bei einem gesunkenen Kurs - etwa bei einem Dax-Indexfonds - mehr Anteile ins Depot. Ist der Index gestiegen, entfallen auf den Sparbetrag weniger Anteile. In einer Baisse, also einer längeren Durststrecke am Aktienmarkt, sammelt der Sparer damit Fondsanteile günstig ein, auch ein Gedanke, der psychologisch beim hartnäckigen Investieren helfen kann.

Großer Batzen aus vielen Beiträgen

Aktiensparen per Sparplan

Aktiensparen per Sparplan. | Bildquelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge

Durch die kleinen, möglichst über einen jahrzehntelangen Prozess angelegten Beträge läppert sich allmählich ein stattlicher Gesamtbetrag zusammen. Vor allem dann, wenn langjährige erwartbare Renditen am Aktienmarkt genutzt werden können. Wer etwa 30 Jahre lang 100 Euro monatlich in den Aktienmarkt investiert, kann am Ende dieser Sparphase eine sechsstellige Summe sein eigen nennen, unterstellt man langjährige Wertsteigerungen bei Aktien von sieben Prozent jährlich (siehe Grafik).

Die Vorteile von Indexfonds (ETF) beim Sparplan-Sparen sind die gleichen wie bei der Einmal-Anlage. Zum einen kann durch den "Kauf" eines kompletten Index' quasi vollautomatisch über eine größere Anzahl von Einzeltiteln oder sogar Regionen gestreut werden. Wer einen Dax-ETF ins Depot legt, ist an der Wertentwicklung der 30 größten deutschen börsennotierten Konzerne beteiligt, exakt nach deren Gewicht im Index. Ein ETF auf den Weltindex MSCI World verschafft dem Anleger sogar Zugang zu mehreren Hundert Einzeltiteln aus den wichtigsten Industrienationen. Hoch gewichtet sind hier die USA, aber auch die wichtigsten Euro-Länder oder Japan.

Diversifikation und Kostenvorteile

Auf der Kostenseite punkten Indexfonds mit den bekannten Vorteilen: So entfällt der bei vielen aktiv gemanagten Fonds übliche Ausgabeaufschlag generell. Eine Managementgebühr, die bei "normalen" Aktienfonds durchaus ein Prozent des Wertes pro Jahr ausmachen kann, wird ebenfalls nicht erhoben. Die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) liegt bei ETFs üblicherweise zwischen 0,10 und 0,5 Prozent jährlich, je nach Anlageklasse oder Region. Bei der aktiv gemanagten Variante werden zumeist zwischen 1,0 und 2,0 Prozent jährlich fällig. Bei längeren Ansparzeiträumen können hier gewaltige Renditeunterscheide für den Anleger entstehen, unterstellt man, dass Indexfonds nicht schlechter performen als die "aktive" Fondsvariante.

Moderne Form des Sparens

Der Siegeszug der ETFs als "passives" Anlagevehikel scheint nicht mehr aufzuhalten. Jedes Jahr zweistellige Zuwachsraten verbuchen die neuen Anlageinstrumente. Inzwischen sind rund zwei Billionen Dollar in ETFs weltweit investiert.

Experten vergleichen die Entwicklung der Indexfonds mit der des Internets. Beide Bereiche verzeichnen seit Jahren fast deckungsgleiche Zuwächse. Indexfonds, so die Folgerung, sind ähnlich wie Facebook & Co. eine technologische Umwälzung, die nicht umkehrbar ist (s. unsere Grafik).

Chart: ETFs so erfolgreich wie das Internet

ETFs so erfolgreich wie das Internet. | Bildquelle: Bloomberg Finance LP, www.internetworldstats.com, International Communication Union, Deutsche Bank, Grafik: boerse.ARD.de

Fragen an den ETF-Sparplan

ETF-Sparen per Sparplan wird vor allem dann attraktiv, wenn die Konditionen auch bei den Sparraten selbst möglichst kostengünstig sind. Das hängt wiederum stark von der jeweiligen Direktbank ab. Bietet sie ETFs ohne Ordergebühr im Sparplan an? Welche Produkte können dabei bespart werden? Wie groß beziehungsweise klein sind die Mindestsparraten? Kann monatlich oder auch per Quartal oder Halbjahr ein Betrag eingezahlt werden? Sind gegebenenfalls auch zusätzliche Einmal-Zahlungen in den Sparplan möglich? Sehen Sie dazu unsere Übersicht der ETF-Sparplanangebote der Direktbanken. Anleger sollten hier stets beachten, dass die Sparplan-Konditionen von den Anbietern auch wieder verändert werden können.

AB

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ETF-Sparpläne im Überblick

Direktbanken in der Rabattschlacht

Comdirect

Comdirect

Die Commerzbank-Tochter hat rund 230 sparplanfähige ETFs aller großen Emittenten im Angebot. Die Mindestsparrate liegt bei 25 Euro, die Mindestsparfrequenz bei einem Quartal. Wer die derzeit 81 "Aktionsfonds" bespart, spart auch die Ordergebühr, die sonst bei 1,5 Prozent und maximal 4,90 Euro je Ausführung liegt.

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