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Investorenlegende

George Soros

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos

Soros: Jetzt keine Aktien kaufen

Stand: 22.01.2016, 12:08 Uhr

Der international renommierte Investor George Soros erwartet eine harte Landung der chinesischen Volkswirtschaft und rät deshalb, vorerst nicht in den Aktienmarkt einzusteigen.

Bei einem Dinner am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte der 85-jährige Milliardär, die Ursache für die derzeitigen Turbulenzen seien in China zu suchen. Das Land exportiere Deflation und sei hoffnungslos überschuldet, mit einer Schuldenlast, die dem Dreifachen des Bruttoinlandsprodukts entspreche.

Die von vielen Experten gefürchtete harte Landung habe schon stattgefunden und werde auf den Rest der Welt abstrahlen, sagte Soros. China sei aber in der Lage und habe die Ressourcen, dies zu managen, sagte er "Bloomberg TV".

Schockwellen aus China

Weil die Schockwellen aus China aber noch nicht überall angekommen seien, könnten weitere Turbulenzen an den Aktienmärkten nicht ausgeschlossen werden. Soros rät deshalb allen Interessenten, die den Rückgang der Kurse seit Jahresanfang nutzen wollen, um in den Aktienmarkt einzusteigen, von ihrem Vorhaben ab. "Das ist nicht die richtige Zeit um zu kaufen. Diejenigen, die verkaufen müssen, sollten es jetzt tun", wird Soros zitiert.

Weiter sagte er, anders als in den 1930er-Jahren sei die Welt heute schon überschuldet in die Krise gerutscht. Die einzige Lösung sei es daher, Geld zu drucken. "Die Europäische Zentralbank darf das nicht, also muss sie einen anderen Weg finden." Zudem äußerte er die Einschätzung, die Fed habe mit ihrer Zinserhöhung im Dezember einen Fehler gemacht - den sie aber durch eine Senkung des Zinssatzes wieder korrigieren könne.

Sich einigeln

In Davos stimmte er dessen Vorschlag zu, einen milliardenschweren Marshallplan für die Versorgung von Flüchtlingen im Nahen Osten aufzulegen. Ein solches Programm für die Nachbarstaaten Syriens sei zu begrüßen, sagte Soros.

Der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump kann bei Soros dagegen immer noch nicht punkten. Im Gegenteil: Trump erledige die Arbeit des IS, wird der Investor zitiert. Seinen einfachen Botschaften zu widerstehen, sei schwer. Menschen würden aus Angst schädliche Entscheidungen treffen. "Aber es muss doch falsch sein, das zu machen, wozu deine Feinde dich zwingen wollen", so Soros. Trump war zuletzt durch seine Forderung aufgefallen, ein generelles Einreiseverbot für Muslime in die USA zu verhängen.

Auf die Frage was Anleger denn nun gegen das drohende Chaos in der Welt tun sollten, hat Soros ein einfaches Rezept: sich einigeln. Was immer das auch bedeuten mag.

lg

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