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Analyse

Royal Bank of Scotland in London

Börsencrash befürchtet

Royal Bank of Scotland: "Verkaufen Sie alles"

Stand: 14.01.2016, 11:15 Uhr

Geschichte wiederholt sich nicht - oder doch? Glaubt man der Royal Bank of Scotland, steht die Welt vor einer ähnlichen Krise wie nach dem Zusammenbruch von Lehman. Deshalb der Rat an die Anleger: "Verkaufen Sie alles außer Qualitätsanleihen."

Die Märkte sendeten ähnliche Stress-Signale aus wie vor der Lehman-Brothers-Krise 2008. Deshalb hat die Royal Bank of Scotland (RBS) ihre Kunden dazu aufgerufen, sich auf ein katastrophales Jahr und eine globale deflationäre Krise einzustellen.

Sorge macht den Experten vor allem die Abschwächung der Konjunktur in China. Die habe eine weltweite Korrektur an den Aktienmärkten losgetreten, die sich zu einer gefährlichen Lawine entwickeln könne. Sollte dies der Fall sein, werde sich der nächste Akt im globalen Drama "schnell und heftig“ abspielen, da sind sich die RBS-Experten sicher.

"2016 brechen Aktienmärkte um 20 Prozent und mehr ein"

Sie gehen davon aus, dass die Aktienmärkte in Europa und an der Wall Street in diesem Jahr um 20 Prozent und mehr einbrechen werden. Noch dramatischer wird der Absturz demnach für die britische Börse, weil dort viele Energie- und Rohstofftitel notiert sind. "All jene, die bei Öl und Minenunternehmen "long" sind und denken, die Dividenden seien sicher, werden entdecken, dass sie alles andere als sicher sind."

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Den Ölpreis sehen die RBS-Fachleute ebenfalls weiter auf Talfahrt und auf 16 Dollar je Barrel rutschen. Nach dem Bruch der technischen Unterstützung bei 34,40 Dollar je Barrel dürfte der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent weiter fallen und erst im Bereich der Marke von 16 Dollar zu einer Bodenbildung kommen – ein Niveau, das zuletzt im Zuge der Asienkrise 1999 erreicht worden sei. Die OPEC zeige sich unfähig, auf die weiter nachlassende Nachfrage aus Asien zu reagieren, heißt es weiter.

Rückgang des Welthandels

Chefvolkswirt Andrew Roberts prophezeit zudem einen Rückgang des weltweiten Handels, so dass die Erträge und Ergebnisse vieler großer Unternehmen unter Druck geraten werden - mit entsprechenden Folgen für die Aktienkurse. Die Bank empfiehlt deshalb ihren Kunden: "Verkaufen Sie alles mit Ausnahme von Anleihen höchster Qualität. Es geht nicht um Rendite, sondern darum, das Kapital zu erhalten." Dabei sollten sie nicht zu lange warten, denn in einem überfüllten Saal seien die Notausgänge klein.

Angesichts des verheerenden Jahresauftakts an den Börsen haben auch führende Wall-Street-Banken wie Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Prognosen nach unten revidiert und besonders beim Ölpreis neue Rekordtiefs von 20 Dollar prognostiziert. Doch das Katastrophenszenario wie das nun von der RBS vorgestelte übertrifft alles.

lg

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