Seitenueberschrift

Immobilien

Globaler Bubble-Index der Immobilienpreise

Warnung der UBS

Platzen bald die Immobilienblasen?

Stand: 30.10.2015, 15:51 Uhr

3.000 bis 7.000 Euro Miete pro Woche sind in der Gegend um den Londoner Hyde Park keine Seltenheit mehr. Das kann so nicht weitergehen, glaubt die Schweizer Bank UBS - und warnt vor einem Platzen der Immobilienblase in mehreren Großstädten.

Seit 1998 haben sich die Immobilienpreise in vielen Städten mehr als verdoppelt und das Preisniveau ist höher als vor der Finanzkrise. Zu diesem Ergebnis kommt der erstmals von der Schweizer Bank UBS publizierte globale Immobilienblasen-Index. Der Untersuchung zufolge sind in 12 von 15 wichtigen Metropolen - für Deutschland gehört Frankfurt dazu - die Wohnimmobilien überbewertet oder es bestehe die Gefahr einer Blase.

Dies betreffe vor allem London und Hongkong, wo die Preise am stärksten gestiegen sind. Dahinter folgen die Städte Sydney, Vancouver, San Francisco und Amsterdam, in denen die UBS deutlich überbewertete Wohnimmobilienmärkte feststellt.

Zu hohe Immobilienpreise auch in Frankfurt

Vielfach übersteige der Preis einer 60 Quadratmeter großen Wohnung das Budget der meisten Menschen. In Hongkong, London, Paris, Singapur, New York und Tokio hätten sich die Wohnimmobilienpreise am stärksten von den lokalen Einkommen entkoppelt.

Aber auch in nach internationalen Maßstäben kleinen Städten wie Genf, Zürich und Frankfurt seien im Vergleich zur langfristigen Entwicklung in den jeweiligen Ländern die Immobilienpreise überzogen. Einzig die US-Städte New York und Boston weisen in den Berechnungen der UBS eine faire oder im Fall von Chicago sogar eine zu grünstige Bewertung auf.

Hohe Wahrscheinlichkeit für eine Blase

Die UBS stützt sich bei dieser Bewertung auf die Analyse der langjährigen Preisentwicklung in diesen Städten. Das Ergebnis ist, dass zwischen 1985 und 2009 mit wenigen Ausnahmen die Immobilienpreise in den Städten jeweils innerhalb von drei Jahren um 30 Prozent korrigierten, wenn der Index über den Wert von 1,0 stieg. London, Hongkong, Sydney, Vancouver, San Francisco und Amsterdam weisen derzeit Werte darüber aus. Die Welt werde deshalb in den kommenden drei Jahren gleich mehrere Immobilienblasen platzen sehen.

In Frankfurt, der einzigen deutschen Stadt, die in der Studie untersucht wurde, bleibt der Erwerb einer 60-Quadratmeter-Wohnung trotz des kräftigen Preisanstiegs der letzten Jahre noch relativ erschwinglich. Während in der Mainmetropole fünf durchschnittliche Jahreslöhne ausreichen, müssen in London, Paris und Singapur jeweils 12 bis 14, in Hongkong gar 22 gezahlt werden. Nur in Boston und Chicago sind Eigentumswohnungen noch günstiger zu haben.

Und wo ist das Leben am teuersten?

Die Statistik der teuersten Städte der Welt führen nach der Untersuchung der UBS übrigens Zürich und Genf an. Deutsche Metropolen finden sich im globalen Preisniveau-Vergleich mit Frankfurt am Main, München und Berlin erst auf den Plätzen 30, 31 sowie 38 - und damit auch weit unter Hochpreis-Metropolen wie New York (Rang 3), London (6) oder Tokio (8). Allerdings seien auch die Einkommen in Zürich und Genf Weltspitze. Dort sowie in Luxemburg sei der durchschnittliche Nettostundenlohn am meisten wert.

lg

Darstellung: