Bitcoin Silbermünze

Zweite chinesische Bitcoin-Börse macht dicht Bitcoin stürzt zeitweise unter 3000 Dollar

Stand: 15.09.2017, 13:50 Uhr

Unruhe in der Krypto-Welt: Der Bitcoin-Kurs hat in den letzten Tagen massiv an Wert verloren. Zwei der größten chinesischen Börsen haben angekündigt, den Handel einzustellen. Kritiker, die vor einem Bitcoin-Crash warnen, fühlen sich bestätigt.

Der Hype um die Internet-Währung kühlt zunehmend ab: Hatte der Bitcoin-Kurs mit knapp 5.000 Dollar Anfang September noch ein Rekordhoch erreicht, ist er nun auf rund 3.200 Dollar abgestürzt. Kurze Zeit unterschritt er am Freitag gar die 3.000-Dollar-Marke. Auf der Handelsplattform Bitstamp sackte die Cyber-Devise auf ein Fünf-Wochen-Tief ab, bevor sie sich am Nachmittag wieder erholte.

Die Börsenbetreiber BTC China und VoaBTC, die zu den größten Bitcoin-Handelsplätzen zählen, weichen dem Druck der chinesischen Regierung und geben auf. Ab sofort nimmt die Bitcoin-Börse BTC China keine Neukunden mehr auf. Zum 30. September wird der Handel komplett gestoppt, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Am Freitag kündigte auch eine zweite China-Börse, die ViaBTC ihr Aus zum Monatsende an.

Machen jetzt auch andere Krypto-Börsen Chinas dicht?

Das könnte der Anfang einer ganzen Schließungswelle in China sein. Analyst Timo Emden vom Handelshaus IG Group rechnet, dass weitere Börsen dem Beispiel von BTC China und VoaBTC folgen und den Handel einstellen. "In den nächsten Tagen ist mit weiteren Preisrückschlägen zu rechnen", prophezeit Emden.

"Das Aus von BTC China sorgt für Panik im Markt", sagte am Donnerstag der Gründer der Digitalwährungs-Plattform Cryptocompare, Charles Hayter. "Die Tatsache, dass es an Details mangelt, macht es nicht besser."

Peking droht mit Verboten

Seit Tagen gibt es Gerüchte über ein generelles Verbot für Bitcoin-Börsen in China. Die Betreiber seien von Offiziellen aufgefordert worden, den Betrieb einzustellen, meldete die Wirtschaftszeitung China Business News. Das Nachrichtenportal Yicai berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise in Schanghai, China wolle alle Krypto-Börsenplätze des Landes schließen bis Ende September.

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Den chinesischen Börsen zufolge laufen 90 Prozent des weltweiten Handels mit Cyber-Währungen über ihre Plattformen. Für die Bitcoins steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Ihr Kurs wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

ICO-Hype gestoppt

Anfang des Monats hatten die chinesischen Behörden bereits Börsengänge von Cyber-Währungen, den so genannten Initial Coin Offerings (ICO) verboten. Das sorgte für ein Einbruch des Bitcoin-Kurses. Manche sprachen von einem "schwarzen Montag". Möglicherweise hatte die Hotel-Erbin Paris Hilton den Kurseinbruch noch mit beschleunigt. Sie hatte ihren 16 Millionen Twitter-Followern am Vortag des Kursrutsches mitgeteilt, jetzt auch in Krypto zu machen und an einem ICO teilzunehmen.

JPMorgan-Chef warnt vor Crash

Die warnenden Stimmen vor einem Bitcoin-Crash werden immer lauter. In dieser Woche heizte JPMorgan-Chef Jamie Dimon die Diskussionen an. Der mächtigste Banker der USA nannte den Bitcoin-Hype schlimmer als die "Tulpenzwiebel-Blase" im 17. Jahrhundert. Die digitale Währung werde sich bald in Luft auflösen. Der Bitcoin sei nichts als Betrug.

Auch Nobelpreisträger Robert Shiller ist ein großer Bitcoin-Kritiker. Er sieht die digitale Währung als Paradebeispiel für eine "Bubble".

nb

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Litecoin

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Ein ernst zu nehmender Rivale des Bitcoin ist der Litecoin, den es seit Oktober 2011 gibt. In Sachen Schnelligkeit übertrumpft er den Bitcoin: Eine Überweisung dauert weniger als drei Minuten, während man mit dem Bitcoin in der Regel zehn Minuten braucht. Die Technologie dahinter ist aber leistungsschwächer, daher ist der Litecoin anfälliger für Hacker-Angriffe.

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Stratis ist für den Einsatz der Blockchain in Unternehmen gedacht. So gibt es ausgetüftelte Schnittstellen und zudem werden Programmiersprachen verwendet, die in Unternehmen üblich sind.

Marktkapitalisierung (25.7.2017): 507.244.079 Dollar

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