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Social Trading

Moneymeets – wenn Geld spricht

Transparenz über Vergütungen bei Banken und Fondsgesellschaften haben sich die Macher von Moneymeets auf die Fahnen geschrieben. Auf der Plattform können sich Anleger aber auch offen über Finanzthemen austauschen und ihre Depots veröffentlichen.

Finanzberatung spielt sich immer mehr in sozialen Netzwerken ab.

"Hilfe zur Selbstentscheidung" nennt Johannes Cremer das Prinzip, an dem die Internet-Plattform Moneymeets ihr Angebot ausrichtet. Was das in Konsequenz heißt, kann seit Ende November von den Nutzern auf der Plattform bestaunt werden; und es dürfte so manchem Banker Kopfzerbrechen bereiten: Die Vergütungsstruktur der Produkte, die man über Moneymeets ordern kann, ist offengelegt: Dazu gehört etwa ein Gutteil der Innenprovision, die etwa bei Fondsprodukten eigentlich an den Vertrieb zurückfließt.

Provisionen an die Anleger

Cremer und der zweite Mitgründer des neuen Angebots, Dieter Fromm, haben selbst jahrelang im Privatkunden-Geschäft in der Finanzindustrie gearbeitet. Das Problem, das viele Anleger in privaten Finanzgeschäften bedrückt, war sogar die Motivation zur Gründung des eigenen kleinen Unternehmens: "Viele Menschen vertrauen dem Bankberater nicht mehr", so Cremer im Interview mit boerse.ARD.de. Dass über interne Vergütungsmodelle in der Branche gerne Stillschweigen herrscht, wundert die Moneymeets-Macher daher wenig: "Bei der Beratung und im Verkauf verdienen die Banken nun einmal am besten."

Den Vertrieb von Finanzprodukten will Moneymeets nun über die "Community" abwickeln, und diese soll konsequenterweise auch an den Vertriebsprovisionen für diese Dienste beteiligt werden. Bis zu zwei Drittel der "Innenprovision", das sind durchschnittlich 0,4 bis 0,5 Prozent des Fondswertes, fließen an die "Leader" und "Follower" zurück. Diese sind einerseits die Akteure innerhalb der Community, die entweder ihr Depot musterartig zur Verfügung stellen und ihre Anlagestrategie auf den Prüfstand des Netzwerkes stellen (Leader), und die interessierten Anleger auf der anderen Seite, die eine Strategie nachverfolgen und sich für den eigenen Umgang mit Finanzprodukten inspirieren lassen wollen (Follower).

Die Wellenlänge soll stimmen

Technisch erhalten Follower über ihr "angedocktes" Depot Benachrichtigungen, wenn eine Transaktion beim Leader durchgeführt wurde. Cremer und Fromm legen dabei aber Wert darauf, dass die Wellenlänge zwischen den beiden Partnern auf Moneymeets stimmt. "Wir versuchen Leader und Follower zu matchen", so Cremer. Viel zu kommunizieren soll sich auch finanziell für die Beteiligten lohnen. Aktive Leader können mehr von der Vergütungsprovision beanspruchen, als wenn sie ohne Kontakt zur Anlegergemeinde ihre Depots ins Schaufenster stellen.

So sollen anonyme Verbindungen vermieden werden, wie sie bei verschiedenen Anbietern von Handelssignalen vielfach bestehen. Die Anbindung an Moneymeets erfolgt jeweils über das eigene, beziehungsweise schon bestehende Depot. Zu den Kooperationspartnern der Kölner gehören etwa die Online-Broker DAB-Bank und CortalConsors, aber auch Fondsplattformen wie eBase oder die Frankfurter Fondsbank (FIL).

Bewertungen und Ratings

Cremer und Fromm wollen aber neben dem finanziellen Anreiz und der sozialen Interaktion mit der "Schwarmintelligenz" noch Beurteilungsmöglichkeiten für Anlageprodukte und die Leader selbst anbieten. Eher technische Risikokennziffern wie Volatilität eines Fonds, Zertifikates oder eines Leader-Portfolios gehören dazu, aber auch die eher qualitativen Ergebnisse, die aus den Bewertungen der Nutzer einfließen.

Wenn sich die Hoffnungen der Macher von Moneymeets erfüllen, soll das Spektrum der angebotenen Dienste in den kommenden Monaten noch wachsen. Auch zum Thema Lebensversicherungen oder Altersvorsorge allgemein bestehe noch viel Informations-Bedarf bei den Anlegern, so Cremer. Anders gesagt: Die nötige Transparenz muss auch hier wohl erst noch hergestellt werden.

tagesschau24 Xetra-Schluss-Bericht vom 21.05.2013

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